Sonntag, 17. Januar 2016

Schneeschuhtouren Schwende - Breitachklamm

Schneeschuhtouren Schwende - Breitachklamm

Mitte Januar, der Frost und der Schnee sind gekommen, Julias Geburtstag,
….. so kann ich zurück blicken auf meine Allgäuzeit die vor genau einem Jahr einige Wendungen bekam, aber auch für die kommenden zweieinhalb verbleibenden Monate im Kleinwalsertal reichhaltige Touren bescherte.
Denn der dortige Winter ist schon eine andere Hausnummer, als in unseren Flachlandprovinzen, jenseits der Alpen. Der in Mengen gefallene Schnee bleibt aufgrund der Höhen samt seinen frostigen Temperaturen über Nacht, auch lange liegen. Dazu bleiben die Tage auch immer länger hell, und die Touren bekommen in dieser tollen Winterstimmung ihren eigenen Flair.
Folgend möchte ich gerne über die eine oder andere Tour hier berichten.

13.01.'15, Julias Geburtstag, das erste Mal, das ich aufgrund der Entfernung nicht an dem Geburtstag meiner Tochter teilnehmen konnte. In meiner Erinnerung hängen noch die schweren Momente, wo jeder für sich in einer anderen Art traurig und enttäuscht war. Auch das Momente, so schön wie das kurzweilige Leben dort für mich war, in denen Trennungen von lieben Menschen recht hart sein konnten


Teil 1………. am Vormittag bereitete ich mich vor für meine tatsächlich erste Schneeschuhtour. Bis Weihnachten gab es auch den ein oder anderen Schneefall, doch aufgrund des immer wieder kommenden Fönwetters reichten gutes Schuhwerk um selbst Touren am naheliegenden Fellhorn auf 2000 mtr zu unternehmen.
Die Schneeschuhe schenkte mir Anne zum Abschied daheim, schon im Bezug auf meinen Geburtstag.
Für mich noch fremdes Material, welches ich nicht beachtete, ...was war das,- Schneeschuhwandern?
Bei einer sonntäglichen Tour im Bärgundtal um den Widderstein hatte ich sie stolz im Gepäck um sie auszuprobieren. Aber je höher ich kam, um so mehr wuchs die Enttäuschung, da entlang des Hochalppass aufgrund von milden Temperaturen der Schnee nur oberflächlich zu sehen war.
(...mein Ärger galt dem mitgetragenen unnützen Gewicht)

Ich machte mich auf, um von Riezlern mit dem Bus in Richtung Schwende zu fahren. Dort führen präparierte Langlaufloipen über einige Kilometer auch nahe des Hörnlepass vorbei.
Meinen Weg begann ich gut gelaunt am danebenliegenden Winterwanderweg, welcher ebenfalls am Abend mit Schneeraupen befahren wird, so das fester Halt geboten wird.
An weiten mit Schnee bedeckten Wiesen vorbei ging es kurvenreich leicht bergauf in Richtung
Alpengasthof Hörnlepass.
Auf dem Weg gibt es zahlreiche Momente, in denen ich zurück blickte, da ich auf die ganze Front vom Söllereck bis zur Fellhornspitze sehen konnte. Jene Front, über die ich im vergangenen Jahr ging, als trotz darauf liegenden Schnee ich dort oben eine milde Tageswanderung hatte. Anderswo tranken sie wahrscheinlich Kaffee und mit dabei war gewiss vorweihnachtliches Gebäck, ...während ich in der prallen Sonne mit dem T-Shirt wanderte.

An der Stelle finden Biathlon-Sportler eine Übungsstrecke samt Schießscheiben. Ein Stück weiter geht mein Weg noch bis zum folgenden kleinen Wald, wo ich mich schließlich auf einer Bank nieder lasse, um nun endlich die Schneeschuhe anzuziehen.
Angeberfoto mit dem Fellhorn im Hintergrund musste natürlich noch sein, bevor ich nun zum ersten Mal in meinem Leben mit dem neuen Untersatz loszog.
Hey, war das ein geiles Feeling, die ersten Schritte waren noch etwas schwerfällig, aber ich hatte von nun an eine tolle Alternative zu den Sportarten Skifahren, oder Langlauf, da ich beides im bisherigen Leben noch nicht gemacht habe.
Aber, da ich eher das extreme suche, wie dem Rausch auf machbare Höhen zu gelangen, war das von nun an tatsächlich eine gute Alternative, welche mich in der kommenden Zeit auch recht glücklich machen sollte.

Starke Kurve, am Hörnlebach, dort auch ein Hinweisschild mit dem Hinweis, wo es zum Hörnlepass gehen würde. Ok, behalte ich mir mal, um es zu einem anderen Mal auszuprobieren.
Für mich geht es neben der Loipe auf dem Winterweg weiter, bis zum Ende dieses offiziellen Winterwegs. Dort steht auch nochmal eine Bank, welche ich nun zum essen nutze. Zu der vorher schon beschriebenen Bergfront bekomme ich von nun auch Blicke in Richtung Oberstdorfer Berge, die im satten Weiß nur so strotzen.
Ich gehe weiter, wobei es von nun kein präparierter Weg mehr ist, ich muss von nun an den nur durch Vorgänger angedeuteten Weg mit den Schneeschuhen begehen.
Von nun an ein ganz neues Gehgefühl, da ich von nun an über Tiefschnee gehe. Und so merke ich, was es ausmacht, mit dieser Unterlage an speziellen Schuh.
Mit dem Fuß würde ich sofort einsinken und kraftvoll weitergehen müssen, so trete ich auf und der Fuß bleibt auf der Schneeoberfläche. Es macht Riesenspaß, ich suche mir den Weg unterhalb der Alpe Osterberg, zu der ich ein anderes Mal gehen werde.
Ein weiter freier Hang liegt nun vor mir, die Aussicht auf die fernen Berge ist toll.
Toll auf diesem Weg ist der ein oder andere allein stehende Baum, die voller Schnee wie Wächter auf den wiesen stehen. Fortan stelle ich mir diesen Weg auch für einen Sommerbesuch toll vor, und merke dazu auch, das es bisher ohne wenn und aber auch für Anne gut begehbar ist, da es bisher keine Stellen gab, wo man wegen Abgründe Angst haben müsste.
Der Weg führt mich nun bis zum Wald über der Breitachklamm, welche ich allerdings an diesem Tag wegen Schließung aufgrund Tauwetters nicht besuchen konnte.

Bilder dazu:
www.facebook.com/media/set/?set=a.1594056367483671.1073741849.1456036967952279&type=3

So gehe ich durch den Wald, um über die Klammbrücke auf die andere Seite zu kommen. Tief gehen dort die Blicke hinab auf die Breitach, die sich weit unten durch felsige Wände Ihren Weg gesucht hat.
Der weitere Weg führt zur Bundesstrasse und zur Walserschanze, von wo ich mit dem Bus in Richtung Riezlern zurück fahren möchte.

Aber, hinter der Brücke war nicht deutlich erkennbar der Aufgang gesperrt, da es von nun an etwas steil bergauf an einem Steilpfad hoch geht. Hm, für mich stellt sich hier kein Problem, allerdings hat man vielleicht Bedenken, das beim Weg hinab jemand rutschen könnte, um dann trotz Absperrung tief in die Klamm fallen könnte. Bitte, das ist von mir eine Vermutung zwecks Grund für die Sperrung.

Nun, das war der erste Turn dieser Strecke, den ich kurze Zeit später noch einmal gehen wollte, um zum Schluss durch die Breitachklamm gehen zu wollen.

Die Breitach, ein aus Gebirgsbächen im Kleinwalsertal gebildeter kleiner Fluss, fließt in diesem Bereich durch schmale und enge Schluchten, welche man auf einer Strecke von ca 3 Kilometer begehen kann. Mal weit über dem Verlauf, oder aber auch recht nahe ist der geschützte Weg zu begehen. Der ein oder andere Wasserfall strömt an diversen Stellen herab, wobei diese je nach Belichtung und Stand der Sonne recht fotogen sein können.


Teil 2 …… kurze Zeit später begehe ich die voran beschriebene Strecke noch einmal, mit dem Ziel, zum Abschluss durch die Klamm zu gehen.
Warum auch immer, ich schaffe es nicht bis 17.00h am Eingang zu sein, da dann leider geschlossen ist.
Drum gehe ich den Hauptweg weiter. Aufgrund von Müdigkeit zieht sich das Reststück so sehr in den kurvenreichen Restabschnitt auf Asphalt, das ich keinen Bock auf irgendwas mehr habe.
An der vorletzten Bushaltestelle angekommen, muss ich erkennen, das ich in der aufkommenden Kälte lange auf einen Bus Richtung Obestdorf warten müsste. Dazu bin ich nass geschwitzt, und entscheide mich dazu Richtung Gasthof an der Breitachklamm zu gehen. Denn an dem Tag fand wie jeden Freitag eine abendliche Öffnung statt, bei der man mit Fackeln die Klamm begehen kann.

Im nach hinein war das eine zufällig Konstellation, wo in mir trotz Erschöpfung und nasser Wäsche wieder Freude aufkam, ...die Klamm bei Fackellicht.
Ich ging bis zur Öffnung gegen 18.00h in den Gasthof, um etwas warmes zu essen, und meine Kleidung zu wechseln.

Als ich hinaus ging, war ich total baff. Eine lange Schlange stand schon vor dem Eingang und wartete auf den Einlass. Menschen die um mich herum standen sprachen nicht nur Deutsch, es waren Niederländer, Franzosen, ja ich hörte Spanisch, Englisch, es war halt der Wahnsinn, welche Beachtung dieses Spektakel anzog.

Es war soweit, mein Fotoapparat war mit frischen Batterien bestückt, und zum ersten Mal durfte ich in meiner langen Allgäuzeit eine Fackelwanderung in der Klamm erleben.

Es wurde diszipliniert hinter einander gegangen, bis auf die Momente, wo an Stellen wie den herab tosenden Wasserfällen jeder stehen blieb, zum staunen, zum fotografieren.
Vereinzelt sind Fackeln am Rand hinter der Absperrung oder auf einzelne Felsen im Wasser geworfen worden, um den Anblick zu erhellen.
Bis auf Momente, wo große Menschenansammlungen mit vielen Fackeln waren, konnte ich leider nicht fotografieren. Aber, die Momente, die ich bildlich festhalten konnte waren schon sehr bemerkenswert, die ich so jedem empfehlen kann.

Nicht toll war der Punkt, an dem man Kehrt machen musste, da der zweite Ein/Ausgang aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Hier knubbelte es sich auf ca 20 Meter.
Aber die tollen Anblicke der festgefrorenen verschiedenen Eisformationen, ...ich kann es nicht beschreiben. Einfach toll.

Diese Aktion, auch wenn ich nun den ganzen Tag unterwegs war, bereute ich kein einziges Mal.
Mit voller Zufriedenheit gelangte ich zum Ausgang, und sehr schnell stand für mich in der Wartezeit auf den Bus fest, - toll, wieder etwas geschafft, gesehen, ein Highlight und Höhepunkt, welcher aus dieser alleinigen Allgäuzeit nicht mehr weg radiert werden konnte.

Eine minimale Angst hatte ich noch. Denn bekanntlich fährt gegen 21.00h der letzte Bus in das Walsertal. Wer diesen Bus verpasst, hat nur noch zwei Chancen in seine Unterkunft in dem 13 Kilometer langen Tal zu kommen. Per Taxi, oder zu Fuß von Oberstdorf aus.
Daher bangte ich, ob der kommende Bus Richtung Oberstdorf pünktlich kommt,
aber, alle Panik umsonst, denn der Bus fuhr über Oberstdorf direkt durch bis ins Walsertal.
Breitachklamm zum zweiten, es war eine weitere tolle Tour mit außergewöhnlichen Programm.

Bilder dazu:

Teil 3 + 4 …....nochmals zog es mich samt Schneeschuhen auf diese Strecke, zum einen nochmal allein, und kurze Zeit später, bezüglich des Besuchs meines Sohns, dem ich natürlich Highlights der Gegend nicht vorenthalten wollte.
Kurz, aber wichtig möchte ich hier nun deswegen noch einmal auf diese außergewöhnliche Tour hinweisen, da ich natürlich aufgrund des langen Aufenthalts gegenüber jedem Urlauber die Möglichkeit hatte, zu verschiedenen Zeitpunkten dort hin zu kommen.
Denn aufgrund des ständigen Winterwetters ändert jede Eisfigur in der Klamm ob bei Frost, bei Schneefall oder Schmelzzeit sein Gesicht.

Breitachklamm/Allgäu



Strreckenhinweise zu finden auf:
http://www.outdooractive.com/de/wanderung/kleinwalsertal/wanderung-von-schwende-zur-breitachklamm/105584709/