Sonntag, 14. September 2014

Bergischland/onTour... 140 km Ulm-Oberstdorf- Hochvogel



Bergischland/onTour... 140 km Ulm-Oberstdorf- Hochvogel
Vorwort:
Servus, Rudi mein Spitzname aus der Jugendzeit, welcher auch für meinem Vater anstatt Rudolf genutzt wurde.
Nach der Ausbildung war diese Bezeichnung erst einmal passe, da mein Ausbilder recht streng auf ‚gute und ordentliche‘ äußere Darstellung Wert legte, welches wiederum mit einem recht anspruchsvollen Kundenkreis zusammenhing.
Diese Zeit hat mich zwar in Qualitätsbetrachtung jeglicher Art sehr geprägt, aber bestimmt für gute 20 Jahre verstellt und verändert. Nicht der lockere Rudi, nein, Herr Reinhard T.  war im Berufsleben, sowie leider auf großen Strecken des Lebens präsent. Dazu musste jeder Moment mit Arbeit, Ausführung gefüllt sein. Bloßes herumsitzen, abwarten wurde nicht geduldet.
Man, was war das für eine Freiheit, nach 17 Jahren Bindung an diesem Unternehmen zwecks Ausbildung, Angestelltenverhältnis, und kurze Selbständigkeit, andere Arbeitswelten kennen zu lernen, und dort wieder die Wandlung in natürlichen Verhaltensweisen zu erfahren. Ich fühlte mich gewiss befreit, weg von diesem angeblichen Vater-Sohn-Verhältnis zu sein. Aber es dauerte schon noch einige Jahre, in einem persönlichen Umbruchsprozess der Alte zu werden. Gewiss zählten noch andere Erziehungsfakten oder begleitende familiäre Umstände dazu, nicht immer das wahre Gesicht im Spiegel zu sehen.
Nun, vor einigen Jahren nochmal eine Veränderung im beruflichen Umfeld, um in dieser Zeit mit der geballten Ladung  von erworbenen Fähigkeiten bezüglich Kundenbetreuung, verarbeiten der gewünschten Materialien und vielen bürokratischen Aufgaben, in einem Betrieb Verantwortung zu übernehmen, Mitarbeiter einzuweisen oder Auszubildenden zu helfen. Diverse wieder erlangte Lockerheit half mir auch dabei, Kontakte und Planungen mit Architekten oder  anspruchsvollen Kundenkreis zu pflegen. Aber, für mich persönlich wiederum leerte sich eine Batterie, die nicht immer nur ja sagen wollte, die kein Platz mehr hatte für ständige unternehmerische und organisatorische Fehlplanungen.
Kurzum, es gab Schnittstellen in etwa fünfzig Jahren Leben, die nervlich oder auch finanziell viel Kraft gekostet haben, so das eine gewünschte Auszeit nun so genutzt werden sollte, um mit der folgenden Tour einen neuen Weg in die kommende Zukunft zu ermöglichen.
Vergessen wird währenddessen nichts, aber, und das kann ich hier nun schon vorweg nehmen, es werden Kräfte mobilisiert, wie es im Alltag nicht möglich wäre.  Verhaltensweisen aus einem ehemaligen Stressleben, die kein Therapeut mit guten Worten gerade biegen könnte. Strecken gehen, die ich nicht kenne, körperliche Anstrengungen, wovon ich nicht weiß, ob ich sie schaffen werde. Und, … was denken die da zuhause. Erster Lerneffekt für mich dabei, teilnehmen können sie gerne daran, aber interessieren tut mich deren Neid oder Kritik nicht.
Ich möchte nur folgendes, meine vorgenommene Strecke schaffen, so gut und so viel, wie es geht an Kilometer hinter mir bringen. Und dann als Krönung, möchte ich zum Abschluss so fit sein, das wenn ich meine Hüttentourer treffe, noch ein lang ersehntes Ziel gerne schaffen. Und das soll für mich dann die Gipfelbesteigung des Hochvogel  2592 m sein.
Mehr ein symbolisches Ziel, …..aber Ziele, ja Ziele haben ihre eigene Dynamik für einem persönlich. Aber, bitte, das muss jeder mit und für sich selbst vereinbaren. Abwarten und jammern bringt keinen weiter!




Freitag 15.08.
Die Materialien sind gesammelt und gepackt, der Rucksack steht bereit. Trotz intensiver Begutachtung nun doch wieder viel zu viel. Nun heißt es warten bis in die Morgenstunden um dann zu starten für diese spannende Tour. Begleitet mich bitte in den nächsten Tagen, wenn es in den nächsten Tagen entlang der Iller von Ulm zu Fuß, auch teils Bus/Bahn über ca 140km nach Oberstdorf geht.
Mit vielen Fragen, die sich da bieten werden. Bezüglich des nächtigen, - ob im Schlafsack, auf einen Bauernhof/ Zelt, vielleicht in einem Kloster, über all diese Dinge lass  ich mich gern überraschen.
Wichtig dabei ist für mich, so sparsam wie möglich zu sein, und wie wird es mit den Kräften reichen. Vielleicht muss dann auch einmal ein Linienbus herhalten in den 4 Tagen, wenn es durch das grüne Alpenvorland geht.
Bei Ankunft in Oberstdorf geht es dann direkt anschließend auf 'ne zünftige Hüttentour. Dort treffe ich mich mit meinen Jungs zur mittlerweile alljährlichen Hüttentour. Lars, Pascal und Jan, allesamt unter 25, sportlich gewiss aktiver wie ich, ja, wir haben uns gefunden um an 3-4 Tagen einmal im Jahr gemeinsam unter verschiedenen Kraftreserven Bergziele zu erreichen.


Samstag, 16.08., 10.09h, 
 ......  seit ca 05.30 on the Way.
Vorab der Dank und die Entschuldigung an  A. Schneider von der Bäckerei Beckmann in Langerfeld, das ich schusselig, in Hektik am frühen Morgen in das Geschäft kam, (05.30h), ohne registriert zu haben, das noch geschlossen ist. Sorry, ...aber danke für das leckere Rosinenbrötchen!

Erste Panik kam am Bahnhof Ortsteil Wuppertal-Langerfeld und später in Oberbarmen auf.
Ich als gewohnter Autofahrer will einen Fahrschein bis Köln lösen und stelle mit meinen 50,-€ Scheinen fest, das gerade mal bis zu 20,-€ Scheine in den Automaten wandern können. Dazu funktioniert ein Fahrscheinautomat nicht. Ok, 2 Minuten bis zum umsteigen, wird ja wohl kein Schaffner kommen, oder?
Doch hier beim umsteigen das gleiche Problem, wo doch 2 Minuten später der Anschlusszug kommt.
Am Bahnsteig stehend rede ich mir ein, das jeder fahren würde und höre Stimmen in der Dunkelheit, die mir sagen, das in Regio-Zügen eh nicht kontrolliert wird.
Zwischen diesen Gedanken verrinnen die 2 Minuten so langsam, das ich mich im Zug schon überführt fühle, den Fernbus nicht pünktlich erreiche, da ich aus dem Zug zwecks Anzeige aussteigen muss.
Während dieser Gedankenphasen ignoriere ich die ersten Schmerzen im Rückenbereich wegen des wieder einmal überschweren Rucksacks. Nachdem ich im Regio-Zug eingestiegen bin, sind T-Shirt und Sweatshirt  pitschnass, ohne körperliche Anstrengung.  Ich sitze dort, langer aufrechter Körper, langer Hals, und warte auf  den Moment, ertappt und vor den anderen Fahrgästen nieder gemacht zu werden.
Warum, stell ich mir jetzt schon die Frage, musste ich den Ego haben und solch eine Tour zu unternehmen. Daheim hätte ich es gemütlich gehabt ohne Stress.
Wouumm, ein Mann stürmt die Treppen hinunter, erkennbar mit einem blauen Anzug eines Fahrkartenkontrolleurs.  Natürlich bittet er um  Ansicht der Fahrkarten.
Innerlich wimmernd starre ich und warte, bis er grinsend zu mir kommt.
Es sprudelt wie in einem  Bewerbungsgespräch nur so heraus wie es war auf den Bahnhöfen.
Das rechte Auge kneift er zu, und tröstet mich damit, das er heute einen guten Tag hat.
Nun ich kann wieder lachen und bin derweil per Fernbus in Mannheim-HBF angekommen.
Ein Stück dem Süden näher.


Sonntag, 17.08.
…. ca 11.15h
Servus,   .... die erste Nacht hinter mir,  habe ich meine Planung zwecks Tour geändert, der Vernunft wegen.
Gestern mit Verspätung die Ankunft in Ulm, leider zwecks fehlenden Informationen war die Station für Fernreisebusse im nördlichsten Osten von Ulm, nicht wie ich dachte am Hauptbahnhof.  So musste ich einige unnötige Kilometer vorab bis in die Stadt gehen, die ich als Toureinstieg eigentlich schon entlang der Iller hinter mich bringen wollte.
So blieb bis auf einen Provianteinkauf nicht viel Lust und Zeit zwecks einer  Stadtbesichtigung.            



http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/ulm-oberstdorf-teilstrecke-1/102839480/

Das Ulmer Münster eh nicht besichtigungswürdig, da im Renovierungszustand, und während der ersten Kilometer war auch wieder einmal die Erkenntnis da, das mein Gepäck den Umständen entsprechend viel zu schwer ist. Sei es wegen der Übernachtungsmaterialien oder auch wegen des Vorrats an Wasserflaschen, den ich mir noch zulegte, um am heutigen Sonntag während einer langen Etappe nicht an einer überteuerten Tankstelle nachlegen zu müssen.
Die ersten paar Meter entlang der Donau gaben mir ein Gefühl von Wochenende. Viele Touristen im Stadtinneren, sportlich aktive Wasserratten auf den schnellen Stromschnellen, oder auch die Trachtenkapellen, die auf Booten von Ruderern transportiert wurden. Schade, da währe ich nun gerne irgendwo mit integriert, warne mich aber davor, nicht zu wissen, wie ich bis zum Treffpunkt in Oberstdorf die anliegende Strecke schaffen werde.
Entlang der Donau kam ich zum Teil der Illermündung, wo es nun langweilig entlang des Flusses durch einen großen Auwald ging. Auch hier wieder viele Menschen per Fahrrad, oder joggend unterwegs, die schmunzelnd wahrscheinlich wegen meines Outfits grüßten. Die von hinten kommenden konnten natürlich erkennen, was ich vorhatte. Schließlich habe ich ein knall gelbes Schild am Rucksack befestigt, der darauf hinwies, welche Strecke ich in den kommenden Tagen absolvieren möchte.  
Bevor ich gegen 19.00h die kultige Waldgaststätte „Wildspitz“ erreichte, hörte ich auf der anderen Flußseite lärmende Glocken, die gewiss vom Kloster herrührten, welches ich nicht ansteuern konnte zwecks Übernachtung. Leider Betriebsferien, wie im Internet bei der Recherche zu lesen war.
Im "Wildspitz" bekam ich die letzte vorhandene Portion an knusprigen Spareribs, das Tagesangebot unter 8,-€. Ich hörte schon Kinder am Nebentisch jammern, als sie ihren Eltern erklärten, das sie wie sonst gewohnt an einem Samstag auf ihre fettigen, speckigen Fleischstücke verzichten müssten.
Ok, der erste Tag, ich gönnte mir natürlich Fritten dazu, gesund kann ich an den folgenden Tagen leben. Aber, das Getränk sollte schon aus einer Apfelschorle bestehen, Bier wollte ich aufgrund der bevorstehenden Aufgabe in den nächsten noch 2 hellen Stunden ein Schlafquartier zu finden, nicht trinken. Dafür, (Gepäckschwere!) habe ich für das Betthupferl noch `ne Flasche Rotwein während des Wassereinkaufs zugelegt.

Nachdem ich während der Esspause dort im Schatten abkühlte, ging es dann entlang des Illerkanals wieder durch Waldgebiete weiter bis zur Dämmerung.
Langsam müde werdend stand ich nun in der Dämmerung unter Zwang einen Schlafplatz zu finden. An der Sperrstufe in der Nähe von Senden am Illerkanal, zwischen Wald und Maisfeld stellte ich das Minizelt auf.
Anrufe des Wohlseins erledigte ich noch schnell bei Anne und Mutter, und währenddessen musste ich vor dem Zeltaufbau feststellen, das ich hier nun recht unsicher zwecks des nächtigen war. An der vorgesehenen Stelle bekam ich die Zeltheringe nicht wie gewünscht in den Boden. Dunkle Wolken, und die Wetterinfos auf dem I-Phone prognostizierten um Ulm eventuell Regen und Gewitter. Des weiteren gingen Spaziergänger mit ihren Hund noch auf Tour.
Soll ich mir das wirklich antun. Was wenn heute Nacht schon zum Anfang alles nass wird, wenn am frühen Morgen die ersten mit ihren blutrünstigen Hunden hier ihren Auslauf planten.
Im Internet suchte ich nervös nach Gelegenheiten, in der Nähe ein Zimmer zu bekommen. Der erste hängte mich direkt telefonisch ab, nachdem er hörte, das ich mit Rucksackgepäck unterwegs sei. Arrogant, bei weiteren Anrufversuchen ging er nicht mehr dran.
Dann der Versuch bei zwei Gasthäusern, welche Namen ich nun nicht nennen möchte. „Hallo, nur für eine Nacht suche ich ein kleines Zimmer, der einfachsten Art.- …..aha, soviel? Ohne Frühstück? Puh, haben Sie noch eine andere Empfehlung im Ort?  Ok, danke, die sind preiswerter und eventuell noch zu erreichen?  Vielen Dank“,   …..von wegen, der fast doppelte Preis, neee, ich bleibe eisern bei meinen Vorstellungen, vorerst kaum unnötige hohe Ausgaben haben zu wollen.  Ich baue das Zelt einige Meter weiter an einem Maisfeld auf und ignoriere in diesem Moment direkt unter einem Strommast, und neben einem urigen, fahrbaren Hochsitz zu nächtigen.
3 geballte Gefahren, die ich in der kommenden Nacht überleben musste.
Gewitter, Im Maisfeld versteckte Wildschweine, und einen eventuell betrunken daherkommenden Jäger.
Aber nachdem ich das Zelt aufgebaut hatte, meine Sachen dort sortiert hatte, hab ich mich fast kaputt gelacht. Allein unterwegs sein wollen, und dann so als Schiesser hier da zu stehen.
Eyh, der Krach, wo ich wildernde Jäger vermutete rührte von irgend einem Dorffest in der Nähe her.  Und das noch kompakte Wolkenfeld über mir wurde immer weniger, so das ich im Schlafsack liegend beruhigt die Flasche Wein öffnete und mir zwei Becher immer wieder schmunzelnd zum trinken ansetzte. …… nicht von mir zu hören: Schnarch!

Doch wegen diversen Geräuschen im Gebüsch wurde ich zwischendurch wieder wach. Nach vorherigen Regenwolken hatte ich zeitweilig die wahre Sternenwelt und abnehmenden Mond über mich. Das ist dieses Feeling, wie ich es mir eben vorgestellt hatte. Geschafft, Du hast Deine Anfangszweifel und Nervosität überwunden.
So kam ich irgendwann doch wieder in einem Tiefschlaf, wovon ich leider erst gegen 09.00h wach wurde. Und das war so toll und für den Tag motivierend.
Blauer Himmel, keine Wolke, der natürliche Kontrast, den ich hier vor Augen hatte, mit kräftigen Grün, das Wasserrauschen des Kanals, einfach Bombe. Gut gelaunt Zähne putzen, frühstücken, einen Busch als alternatives WC finden, und dann einfach raus, raus auf „meine“ Strecke.

Und währenddessen musste ich feststellen, das ich das Programm ein wenig ändern muss.
Mein Asthma Problem zeigte durch die hohe Luftfeuchtigkeit im kleinen Zelt Wirkung.
Dazu die Erkenntnis, wegen schweren Gepäcks leiden die Kniegelenke sehr. Der damals operierte Meniskus zwickt schon deftig, - oder eher das Kreuzband?
Und dann ab Donnerstag die besprochene Hüttentour, da will ich kein Risiko eingehen, die Jungs zu enttäuschen. So habe ich mich entschlossen, diverse Strecken die langweilig  sein sollen, per Nahverkehr zu überbrücken.
Ich finde nach kurzer Wegstrecke an diesem Morgen eine Bushalte, von der ich direkt zum Bahnhof in Senden gelange. Ein Frühschoppler an der Haltestelle suggeriert mir auch direkt, das bis Memmingen angeblich die Fußstrecke nicht mehr bringt, als das bisher gesehene. Das macht mir die Entscheidung leichter, einige Kilometer zu fahren.
Am kleinen Bahnhof angekommen ziehe ich ein Ticket,
(hier der Hinweis: Ohne Ticket keine Fahrtberechtigung. Der Schaffner löst keine Tickets),
ein Bistro nebenan, wo ich einen gut schmeckenden Kaffee bekomme. Einige Fußballfreaks stehen in verschiedenen Trickots in Grüppchen am Bahnsteig, aha, Pokalspiele zum Beginn der neuen Saison im Land des Weltmeisters.

Der Zug kommt, und nun sitze  ich in der Bahn Richtung Memmingen. Dort a' bissle das Städle anschauen und dann wieder gen Süden weiter gehen
Ach so, blauer schwäbisch-bayerischer Himmel mit Wolken und prächtigen Sonnenschein.
Hammer, in der Bahn sitzend, sind  nun weit entfernt schon die bergigen Umrisse der Alpen zu erkennen. So lässt sich das Weiterwandern nachher gut angehen.
Mei, I' freu m '




Montag, 18.08.
Memmingen im Sonnenschein, an einem Sonntag. Prächtige Altstadt mit schönen bunten, dekorativen Häusern. Aber, auch wieder eine Baustelle nach der anderen in der Fußgängerzone. Dem Wunsch ein Eis zu essen kann ich nicht nachkommen, da ich raus auf die Strecken möchte, der Ehrgeiz brennt.
Ich bin auch zufriedener, da das Material anders gepackt ist und ich nun auch das Schuhwerk wechselte. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied anstatt mit Laufschuhen besser mit den hohen Wanderstiefel unterwegs zu sein. Einfach Gelenkfreundlicher.

                     http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/ulm-oberstdorf-teilstrecke-2/102841377/                                                                                                        
Auf der Strecke Richtung Illerbeuren, und entlang des Stausees ist es einfach angenehmer zu laufen als wie am Vortag.
Erste freudige Erscheinung auf dem Radweg an der Landstraße ist, das nun schon bei sonnigem Wetter weit hinter den vielen Getreidefelder die Berge zu sehen sind. Schwer zu sagen, ob ich dabei  die Zugspitze wirklich erkannt habe.
Ein Wandertag der Spaß macht.
Neben den vielen Wünschen die ich auf der Strecke bekomme, ignoriere ich einfach die wenigen Fingerzeiger, die sich ob des Outfit&Gepäck kaputt lachen.
Danke auch den lieben Damen, die während ich am Wegesrand kurz rastete, in voller Fahrradfahrt abbremsten, und sich um mein Wohl sorgen machten. Sie dachten mir wäre etwas passiert, ... liebe Grüße an Euch beide. Auch ihnen gab ich einen Fanzettel mit. Vor der Tour druckte ich in Eile noch einige Hinweisblätter, auf denen stand, wo man die Tour im Internet nachlesen könnte. Selbst an markanten Stellen klebte ich sie unterwegs an, oder gab sie neugierigen Wanderern mit.
Für viele Momente  war es mir egal, das meine Wegstrecke auf einem Radweg entlang der Landstraße ging. Ich genoss einfach an diesem Tag diese Fernsicht, kombiniert mit dem tollen Wetter, und im Inneren mittlerweile eine Art von angehender Bereinigung zu spüren. Ohne es nun schon deuten zu können, hatte ich viele Glücksmomente, wo ich mich auch regelrecht frei fühlte.  Nicht rechtschreib würdig, aber „ Ich fühlte eben Ich“!                                           
Kurze Passagen führten nun durch Volkratshofen und Ferthofen. Hier in diesen ländlichen Gebieten, wo es mich auch hinter einem dichten Wald nach Kardorf führte, kam ich immer wieder an großen, weiten Wiesen vorbei, die frisch gemäht waren, und dementsprechend einen lange vermissten ländlichen Grasgeruch wiedergaben.
Auf der Strecke neben der Iller samt Staubereich kam ich in Kardorf an. Hier hatte ich nun die Möglichkeit, nach warmen sonnigen Strecken die kleine ländliche Kirche St. Nikolaus zu besichtigen. Und so dekorativ, wie alles bemalt war, so lud mich die ruhige Stille ein, dort ein wenig zur Pause zu verweilen. Dem Herrgott und der Gemeinde sei um Entschuldigung gebeten, da ich zufällig eine Steckdose am Eingang sah, und dementsprechend während der Rast mein I-Phone laden konnte.
Ich gebe zu, das ich da auf fremde Schützenhilfe angewiesen war. Ich habe mich leider darauf eingelassen, mich auf das Gerät in jeglicher Art zu verlassen. So dachte ich, das es ausreicht, bei Unwissenheit auf die gespeicherte Karte zu schauen, um die Wege zu überprüfen. Doch schon bald merkte ich, das bei schweren Empfang die Batterie schnell an Stärke verlor.
Aber abgesehen von dem Zufall in der Kirche war ich mir nicht bange davor, wie am Vormittag am Sendener Bahnhof eine DB-Angestellte danach zu fragen, ob ich deren Büroräumen das Gerät nachladen könnte. Und dementsprechend nahm ich mir das dann für weitere Pausen vor, in Cafes oder sonstigen nachzufragen.
Hungergefühle machten sich bemerkbar mit dem Wissen, das es bis Illerbeuren nicht mehr weit sein konnte, und dort gewiss Möglichkeiten gibt, um satt zu werden. Das sollte auch so sein, denn danach wäre die nächste Aufgabe, während des Wanderns eine Stelle zum schlafen zu finden.
Während ich mich als nicht freihabende Person fühlte, war ich neidisch auf die viele Touristen oder Einheimische, die den frühen Vorabend zu nutzen, um lecker essen zu gehen.  Im Ortsinneren befand sich ein Bauernmuseum, hinter dem der Gasthof „Gromerhof“ war. Ein großes altes Gasthaus mit vielen Bänken samt Tischen draußen auf blanken, grauen Kies. Heidewitzka, hier konnte ich es mir nun gut vorstellen, zu pausieren, den Magen zu füllen und ein leckeren Halben als Radler zu genießen.

Kicher, Kicher, vor mir die Familie, die mit ansah, wie ich mein schweres Gewicht vom Rücken nahm. Was war nun so lustig, hm, der Zustand, so auf Tour zu sein, einen Wanderstock, der urig aussieht, da er im Wald gefunden, mich seit hunderten Kilometern begleitete? Hah, oder der Schmankerl, das ich bewusst Annes Weihnachtsgeschenk, nämlich `die` Lederhose trug. Ich weiß es nicht, in jedem Fall war mein ernstes Gesicht, welches ich bis zu deren weggehen nicht mehr aus deren Richtung nahm, schnell anders geformt war, als sich weitere Gäste neben mich am großen Holztisch setzten, und anerkennend und bestätigend die Tour registrierten. 
Nervös, da das Handy schon wieder fast leer war, ich die stille Reserve des Speicherakkus  nur für Notfälle anschließen wollte. Während der Getränkebestellung fragte ich die Bedienung freundlich, die aber direkt auf ihre Chefin verwies. Nun, da ich eh auf`s WC wollte, fragte ich auch direkt im inneren den kommenden Wirtschef, der mir freundlich ein Raum zeigte, wo ich viel Saft für die kommende Nacht speichern konnte.
Ein wenig sauer war ich auf mich, wegen der Naivität, ohne jegliche Karte auf Wandertour zu gehen, und zu denken, das Gerät hilft Dir schon. Mich ärgerte es, das ich einige Kilometer schon umsonst gegangen bin, da ich Straßen und Wege nicht vergleichen konnte, und somit leider auch interessante Wegstellen verpasste. Heute leider nicht mehr machbar, an einem Sonntagabend, aber die nächste Möglichkeit eine Karte des Voralpenlands zu bekommen, sollte genutzt werden.
Ahh, ich hatte zwar günstig, - wieder unter 8,- €, aber sehr lecker a` Schweinsbraten samt Knödel und herzhafter Soße vertilgt. Sonntagsbraten in der Freiheit. Da konnte ich nicht widerstehen, noch a‘ halber Maß mit richtigen Bier zum Abschluss zu trinken.
Das Handy wieder eingesteckt, und fest auf dem Wandersweg wieder unterwegs, war ich Mensch und blies guten Duft vom Essen in die weite Luft und genehmigte mir mit selbstbewussten  Aufschlagen mit dem Wanderstock auf dem Asphalt einen kräftigen lauten Rülpser.  Hier war und bin „Ich“ Mensch.  Und als ich vor der Illerbrücke den vorgeschlagenen und beschilderten Weg folgte, gab es noch eine Bestätigung für mich. In die gleiche Straße bog ein Fahrzeug ein, recht langsam fahrend hinter mir. Dann an mir vorbei fahrend zweimal hupend, blickte der Fahrer samt Beifahrerin zu mir, und wahrscheinlich aufgrund meines Streckenschilds auf dem Rücken hoben beide anerkennend beide ihre Daumen.
„Halt“ schrie ich dann doch zu leise, um beiden einen meiner vorgefertigten Zettel geben zu wollen, das sie meine Spuren weiter verfolgen. Schade, zu leise, um das sie stehen bleiben würden.
Meine I-Phone Grafik, oder auch die Beschilderungen verfluchte ich auf dem weiteren Weg. Gut, ich habe hier und da natürlich interessante Dinge gesehen, aber nun kam ich fast am Gasthof wieder vorbei, beziehungsweise, erlebte ich auf den nächsten 5 Kilometern Wegstrecke gewiss noch 3 mal die Tatsache, das dort jeweils ein Schild an Straßen,- oder Wegstrecken hingen, die immer wieder den Hinweis nach Memmingen zeigten. Und jeweils immer wieder mit der Angabe von 15 Kilometern. Mei, da wäre ich gewiss schon weiter, aber, und das sollte wiederum auch gut sein, gewisse Wegstrecken haben unterschiedlichen Flair.
Hier hatte ich nun die Möglichkeit, die Flussseite zu wechseln, um durch Maria Steinbach zu gehen, aber ich gab die Hoffnung nicht auf, am nächsten Tag, auf dieser Seite entlang der schönen Iller-Naturschutzgebiete zu kommen.
Nachdem ich durch Wagsberg lief, richteten sich die Augen immer mehr in Richtung Wald,- und Wiesenflächen. Wo würde ich eine Stelle zum übernachten finden, da ich fühlte, das so langsam die innere Uhr für den Tag ablief. Der Traum von einem Bett in einem Kloster konnte ich hier nicht erfüllt bekommen.
Hinter mir der Sonnenuntergang, der dieses Grün der Landschaft unheimlich zum fotografieren in Szene setzte. Dazu mein übliches Wanderglück, mal wieder Natur in Form eines Wilds zu sehen. Während ich es mir für eine Rast an einer Bank an der Straße gemütlich mache, steht es am Waldrand still und mit dem Blick zu mir. Soviel Geduld hat das Tier, das es mir Zeit für ein Portraitfoto gibt. Leider, da bin ich immer noch nicht geschult drin, war es ein großer Rehbock mit Geweih, oder ein junger angehender Hirsch. Später noch mehr zu dem Tier.
Balla wie ich bin, denke mir während der kurzen Rast auf der Bank direkt an der Straße wieder einmal was unmögliches aus.
Ich sehe, das der Asphalt auf der anderen Straßenseite etwas abschüssig ist, und denke mir, wenn ich dort den Fotoapparat hinstelle, könnte ich per Selbstauslöser in der schrägen Lage mich selbst fotografieren. Gut, warum nicht, kein crazy Gedanke, bis auf die Tatsache, das mir bewusst ist, das die Straße ja auch befahren ist, und ich während der Einstellung auch schon in weiter Ferne ein heranfahrendes Auto höre. Bewusst ist mir bei klaren Denken ebenfalls, das hier gewiss nicht langsam gefahren wird.

Klick, ich drücke auf den Knopf, renn schnell auf die andere Straßenseite, um mich dekorativ neben dem Rucksack zu postieren. Eyh, ich sitze seelenruhig und warte darauf, das zweimal das rote Licht aufleuchtet zwecks auslösens. Mit coolen Blick nach vorn hab ich lediglich den Gedanken, ob das Auto vor, nach, oder schlimmer, während der Fotografie vorbei fährt. In dem müden Hirn verfolge ich dazu, aber in dem Moment nicht wichtig für mich, das die heißen, vorbei rollenden Reifen den Fotoapparat am Boden auch touchieren könnten.
Sekunden, wo mir alle Möglichkeiten wie ein fahrendes Kirmes Karusell durch den Kopf gehen,
… aber ich wartend den auslösenden Augenblick genieße.
Sorry, ich stand auf, schüttelte ungläubig den Kopf, packte alles zusammen, und ging weiter, - mit mächtigen Harndrang.

Nun, wie beschrieben mein Traum, ein Bett unterwegs in einem Kloster zu finden missriet bisher. Entweder gab es vor Ort tatsächlich Betriebsferien, oder für mich wegen Übermüdung auf einem Berg an einem späten Abend unerreichbar.
Die Sonne ging unter, auf der Straße war noch jemand unterwegs gen Bauernhof. Ihn wollte ich fragen, ob auf seinem Hof Platz für mich samt Schlafsack wäre.
  http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/ulm-oberstdorf-teilstrecke-3/102845768/   
Doch leider, zu seinem Rücken gedreht konnte er mich nicht hören, Ohrstöpsel mit Cd-Player. Das war mir zu viel, so ging ich weiter.

Weiter geht es für ca 2 Kilometer. Ein Platz für mein Zelt hatte ich schon ausgemacht, doch in der trügerischen Ruhe hat ein Jäger am Waldrand 3 Schüsse abgefeuert. Das Wild lief über Wiesen davon, ob da mein Fotoobjekt von vorher mit bei war? Erst in meine Richtung, dann wahrscheinlich mich sehend liefen sie nach kurzer Drehung in südlicher Richtung. So ging ich noch eine viertel Stunde weiter, um Distanz zu den Jägern zu haben.
So konnte ich gerade während der kommenden Dunkelheit an einem hügeligen Gelände das Zelt aufbauen und mich kaputt und müde neben dem Maisfeld hinlegen.
Leider, ich hatte mich nach dem trinken des Restweins vom Vorabend gerade schlafen legen wollen, als ich mich noch einmal umschauen musste, ob alles ok ist.
Bauern legten wohl zwecks mähens eine Nachtschicht ein. Ich konnte es von der Geräuschkulisse leider nicht einordnen, wie weit es weg war. Ich wusste nicht, wie groß das neben mir liegende Maisfeld ist, ob dort vielleicht die Mähdrescher unterwegs sind. So stand ich gerade eingekuschelt im Schlafsack noch einmal auf um zur Straße runter zu gehen. Zum Glück konnte ich an dem neben mir hoch steigendem Feld keinen Fahrzeug mit Beleuchtung sehen, weder noch hören.
So konnte ich einschlummern, bis auf die Momente, wo ich irgendwann, wegen des Mondscheins wach wurde. Und zum anderen, weil ich neben dem Zelt zeitweilig etwas grasen hörte. Ein komisches Gefühl, da ich in unmittelbarer Nähe immer wieder etwas hörte. Dem Geräusch nach zupfte irgendwas immer wieder in gleich bleibenden Tempo Gras.
Am folgenden Morgen beim Zeltabbau sah ich dann direkt neben den eingedrückten Zeltheringen einen deftigen Fladen eines Rehs oder eben der größeren Verwandtschaft. Hah‘, da war wohl ein stiller Nachtgenießer.

Auf, auf, heute Morgen war ich schon gegen 08.00h los, und ging das erste Stück entlang der Illerauen mit Blick auf die große Illerschleife.
Nachdem ich am Freigraben, meiner Nachtstätte losging, stand ich vor der Ortschaft Oberbinnwang. Hier gab es laut Beschilderung mit großer Karte, zwei Möglichkeiten, weiter zu gehen. Für Interessierte gab es die Möglichkeit, einem Berg hinauf zu wandern. Dort sollte es ein Ausflugslokal mit der Möglichkeit geben, einen Blick hinab aufs Illertal zu haben.
Ich bevorzugte es entlang der Iller weiter zu gehen. Mich interessierte es mehr, wie sich die angekündigten Naturschutzgebiete im Tal zeigen würden.  Allerdings kämpfte ich schon innerlich mit dem Vorhaben. Ich richtete trotz weitergehen Kritik an meine Denkabteilung, da ich noch nicht gefrühstückt hatte, und gerne mal nach gelaufenen Kilometern am Morgen einen frischen Kaffee samt Brötchen gewollt hätte. Aber, in mir gibt es eine feste Verankerung von Sturheit in gewissen und bedrängten Momenten, das ich gegenteilig agiere. Während der Anfangsmeter im Wald immer am Ufer entlang, kam noch einmal die Möglichkeit abzuzweigen, doch ich ging weiter. Weiter durch einen schmalen, matschigen Korridor von dichten Gebüsch und eng wachsenden Bäumen.
Mein „Ich“ meldete sich schon zwischendurch nochmals, um nachzufragen, was denn sei, wenn das eine Sackgasse hier ist, und bei Ankunft des für 20 Minuten beschilderten Wegs nur eine Rückkehr möglich ist. Suggestionen von Kaffeetassen, Marmeladenbrötchen geisterten als Denkblasen durch meinen Kopf.
Egal, mein Gang wurde dadurch nur stampfender und wich nicht vom Weg ab, um umzukehren. Alles, was nun hier für Halbschuhtouristen nicht geeignet gewesen wäre, musste ich hier an diesem im mittlerweile Märchenwaldartigen entlang des stillen Wassers laufenden Wegs hinter mich bringen. Matsche, - Wurzeln von Bäumen, die an leichten Bergstrecken Rutschabdrücke von Vorgängern zeigten, alles nicht geeignete Streckenbereiche für Pumps, Turnschuhe oder Ballerinas.                                       
Ob Hunger oder Kaffeedurst, nichts konnte mich stoppen, selbst dekorative Uferbestände, die fotografiert werden mussten, ignorierten jammernde Magenfurien.
Denn, und das war klar, irgendwann kam eine Lichtung mit einem weiteren Wegabzweig, sowie eine Bank, und ein Panoramablick des Flusstals, welches einlud auf der Bank zu pausieren und anstatt Kaffee und Brötchen, Wasser und Müsliriegel aus dem Rucksack zu holen.
Kurze Pause der eigenen Verarschung und weiter ging es mit dem Ziel in der nächsten Ortschaft eine Bäckerei mit Stehcafe zum Zweck Frühstücksträume zu erfüllen.  Aber ich kann vorwegnehmen, ohne Landkarten war es weiterhin so, das ich Namen auf den Wanderschildern für Örtlickeiten mit Bus und Bahnhof, oder Rathaus mit Gasthof hielt. Denn wiederholt bestanden  im Verlauf der weiteren Wegstrecke die Zielangaben aus Gut- und Bauernhofzentren.
Ähnlich wie nach einer längeren Wegstrecke, als ich aus einem Waldstück heraus kam, nachdem ich eine lange Zeit nur bergauf ohne wahre Orientierung ging. Mit einem Mal öffnete sich ein breites Bild mit schrägen Wiesen die unendlich waren. Traktoren fuhren zu Mähzwecken daher, irgendwie als farbige Punkte auf weite grüne Flächen. Und wieder einmal ein Markierungsschild mit einem Hinweis, hier der Meierhof. Nun, so wie die Hinweise hier dargestellt sind, wird dort gewiss in einem der großen bäuerlichen Häusern für Ausflügler Brot und Milch angeboten werden. Aber, je näher ich kam, zerfloss meine Hoffnung, die dann auch bestätigt wurde, da hier auf der großen Hofanlage lediglich ein hektisches Treiben wegen der Heuernte vorhanden war.
Nun, aus der Gewohnheit war ich nun auch nicht mehr enttäuscht, und riss meinen Rucksack herunter, als ich von dem Gehöft zu einer Weggabelung kam. Hinter mir noch die lauten Maschinen der Traktoren zu hören, dazu der frische Duft von geschnittenem Heu, hier wollte ich nun meine größere Pause einlegen.
Abermals als Kaffee-Ersatz eine Flasche Wasser raus,- oh es war nun die letzte, und statt einem Müsli-Riegel  sollte es nun etwas Anspruchsvolleres sein, nämlich die nächste Stufe in Form eines Milchbrötchens samt Schokofüllung. Vor mir die Beschilderung, das ich entweder auf dem einen Weg zur Iller-Hängebrücke gelange, oder auf dem anderen Weg nach Dietmannsried, wo ich nun gar nicht hinwollte. Vor mir kam eine Familie im Tageswanderstress herauf, die auf meine Bitte hin auch ein Foto machten und den tollen Tip gaben, das es schon lohnenswerter wäre über die Hängebrücke zu gehen, als den Versuch zu wagen, durch dem doch etwas tieferen Fluss zu gehen. ….ja, danke.  So  saß ich nun dort eine Weile und ergänzte ein wenig meinen Tagesbericht, und dachte fortan wieder an ein Frühstück, da ich als Ergänzung Altusried auf dem Hinweisschild las. Und wenn ich an Straßenverläufe vom Morgen denke, dann gab es ausreichende Hinweise dementsprechend auf eine wirkliche Ortschaft. Und, …. Ortschaft heißt Banken, Rathaus, Bäckerei, Gasthöfe.
Positiv, oder viel mehr war es eigentlich ein Gänsehautgefühl, welches ich bekam, als ich nach weggezogener Wolkenschicht weit vor mir neben dem Wald den Wächter des Allgäus erkannte. Für unwissende hier der Hinweis, das bei Immenstadt und Sonthofen  Schluss mit flacher Wiesenwelt ist und in Richtung Oberstdorf und Kleinwalsertal die Bergwelt beginnt.  Und dort steht markant in einer großen Kegelform der Grünten vor den Allgäuer Bergen, eben wie ein mächtiger Wächter.
Es war schon Mittagszeit, und ich machte mich auf in Richtung Wald mit neugierigen Gedanken, was da wohl an Hängebrücke auf mich zukommen wird. Nach einer guten viertel Stunde ging es vor dem Waldende eine Treppe hinab und nun stand ich auch schon vor der  Stahlpracht. Ja, Holzbrücke mit Seile wäre jetzt spannender gewesen, aber die Art der Konstruktion hier sah nun auch recht interessant aus, und ich schwebte förmlich mit meinen Schritten über die Iller                               
Einige Fotos gemacht, folgte ich dann dem schnelleren Weg, da es hier eine andere Strecke entlang eines kleinen Tobels in Richtung Altusried ging. Noch mal ziemlich an Bergaufstrecken ging es an einige Gehöfte vorbei in Richtung ‚Ortschaft‘ .
Während ich kurz davor noch einmal auf einer Bank verschnaufte und zurück nun den vorhin begangenen Berg samt Meierhof sah, konzentrieren sich meine Gedanken darauf, wie es nun für mich weiter gehen soll.  Schluck Wasser, Blick auf die ersten Häuserreihen, hm, das sieht alles so verdammt zivilisiert aus. Kann ich Zivilisation überhaupt noch ab?  Welch‘ ein Eindruck, da kommt ein Landstreicher mit seinem Gepöngel und riecht eventuell an der Ladenkasse, da er seit Wuppertal die gleiche Unterwäsche an hat (ca 6o Stunden). 
Und mit einem Mal sehne ich mich für einen Moment nach Normalität, unter einem Wasserfluss einer Dusche zu stehen, aus einem Bett aufzustehen, um an einem gedeckten Tisch würzigen heißen Kaffee zu riechen.
Sorry, es ist ja erst der dritte Tag, aber die Eindrücke dieser Zeit haben einen schon so geprägt, das man auch ohne auskommt. Ja, gewohnt  Nachrichten zu hören, E-Mails abzurufen, beim Facebook-Spiel Leben zu schenken, einkaufen, Stadttrubel, Geräuschkulissen im Packet von Autos, LK’s, Linienbusse.  Ähh, was soll ich damit, das ist so geil hier, dieses Feeling.
Aber, der Körper schwächelt im Moment, und ein unnötiges Ende später in den Bergen wäre für dann alle Beteiligten nicht wünschenswert.

Eine viertel Stunde später, als ich in Altusried den Marktplatz erreiche, spontan ein Stück normales Leben. Direkt neben der Touristik-Information steht am Marktplatz ein Wagen zwecks Hähnchenverkauf. Nachdem ich mir am Aushang die Möglichkeiten zwecks Übernachtung angeschaut habe, sollte es was leckeres sein, eben als Ersatz für das bisher nicht bekommene Frühstück.

„Guten Tag, ich suche eine Möglichkeit zwecks Übernachtung und wollte Sie fragen, ob bei Ihnen ein Zimmer frei ist?“
So fing eine Beziehung mit Altusried an. Denn, obwohl zuerst meine Frage abgelehnt wurde, da am Abend für das noch freistehende Zimmer eine neue Urlauberin  vorgesehen war, hatte ich das wahnsinnige Glück, als Rucksacktourist aufgefallen, das ehemalige Tochterzimmer nutzen zu dürfen.
Ein Raum von ca 10,-qm, aber mit einem richtigen Bett und Steckdose zum aufladen des Handys. Duschen durfte ich direkt in der Vermieterwohnung, und ein Kaffee mit Frühstück war mir für den kommenden Morgen sicher. Fit, sauber und mit frischer Wäsche habe ich noch Zeit für einen Kleinstadtbummel gehabt und lernte dazu noch im Gasthaus „Sonne“ meine Nachbarin samt Bekannten aus Düsseldorf kennen.
Am Abend genoss ich das Bett, und fühlte mich bei einem Glas Wein so wohl, das ich mir vornahm, falls es machbar ist, eine weitere Nacht hier zu bleiben. Denn bis Kempten waren es nur noch 15 Kilometer Fußmarsch, und ich habe mich in den vergangenen Tagen kaum mit den auf der Strecke liegenden Örtlichkeiten befasst                                                                               
Di. 19.08.

Ein überraschtes Gesicht der Vermieterin musste ich zwar nach meiner Anfrage  ansehen, doch noch während des Frühstücks bekam ich die Zusage, und konnte dementsprechend nach interessanten Strecken in der Gegend fragen. Und, die Tips waren nicht schlecht, so das ich einen Tag ohne Gepäck nutzen konnte, stramm Kilometer zu marschieren. Aber eben konzentriert hier in einer Gegend, die vom Wegenetz optisch viel zu bieten hat.
Bei Kalden saß ich an diesen schönen Aussichtspunkt und genoss den Blick auf die Schleife der Iller. Es war Zeit Rückschau zu halten was ich zur Hälfte meiner Tour gesehen und erlebt habe.


http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/ulm-oberstdorf-teilstrecke-4-altusriedrunde/102851363/
Wer nun  Erlebnisse medialer Art in Form von Abenteuer,Blut oder Todesmut erhoffte, ist hier fehl am Platz. Denn es diente  mehr dem mentalen Rückschritt aus dem Alltag, gewiss einer Portion an Selbstsuchung und an "Selbstbeschleunigung"
Rückblick zu Tag 2,  die lieben Damen, die in hilfreicher Form nach mir schauten, ob denn etwas passiert sei. In 5 Minuten des Lebens, wo wir nur kurz die Möglichkeit hatten, uns auszutauschen über rasende Radler,  Sinn eines Einzelgängers, der onTour ist, da fiel halt diese Wort.
"Selbstbe"- nein, "Selbstentschleunigen"
Ein Wort, welches oft in den vergangenen Monaten zu hören und zu lesen war. Mehrfach genannt in Talkshows, Zeitungsartikeln, oder in Büchern.  Mir war der Sinn auch bekannt.
Aber nach der Aussage von, ich nenne sie nun einfach Gertrud, griff ich das Wort während der langen Wege öfters auf, um meine eigene Beschreibung davon zu deuten.
Diese Art von Touren heißt ja auch für viele, sich vorab, nur für die  Reisezeit, von vielem zu lösen, was einem Wochen, - oder lange Zeiten  gequält und missfallen hat.
So wie sich jemand  gerne bei einer Diät von Kilos trennt, so will man hierbei die böse Gedankenwelt loswerden. Aber, nicht nur das ablegen spielt dabei eine Rolle, hinzu kommen auch Gedankenphasen, wie man es später im Alltag anders richten möchte, oder welch alternative Wege für einem zukünftig in Frage kommen.
Die Kombination liegt dann darin, zumindest gedanklich für mich, körperlich wegen der langen, nicht aufhörenden Strecken zu entschlacken, und zusätzlich mit den optisch schönen Landschaften und Eindrücken sein Ich zu manipulieren und dementsprechend positiv zu festigen.
Ohh, ich dachte auch an viele böse Erlebnisse von weit her,  oder der letzten Monate, die mich zwar derzeit nicht belasten, aber merklich meinen Lebensweg mit beeinflussten, nein, begleiteten.
( Nun, keiner soll denken, ich wäre fehlerfrei und hätte nicht ebenfalls so manchen Bock geschossen)
Nein, ich merkte, das diese geschehen Dinge und Menschen gewiss Lebenseinfluss auf mich hatten, aber ich mit meinem heutigen Denken und Dasein zufrieden bin. Ja, jetzt, derzeit!
Das Geschehene wird nicht ausradierbar sein, aber ich stehe gewiss zufriedener da, mit meinen erreichten mentalen Dingen und noch anliegenden Vorhaben als einige andere Personen aus meiner Vergangenheit.
Reiseimpressionen hin und her, natürlich kommen auch solch Momente mit ernsten Gedankenphasen vor, und da sind wir an einem klassischen Punkt,  nämlich dem Postbereich der Widmungen angelangt
Die halte ich auch für wichtig, da man sich  während der vielen Kilometer Gedanken über andere Menschen macht.
Meinem Dad und meiner Mutter widme ich natürlich einen Großteil der Tour.
Ich glaube Papa hätte die Strecken so nicht mitziehen können. Aber ich hab als Kind viel von seiner Toleranz, seinen Impulsen, und auch Reisefreude mitgenommen. Ich bin auch stolz in einer Zeit aufgewachsen zu sein, wo es die ganzen materiellen Techniken und Zauberkästen nicht gab. So hatte ich viel mehr Gelegenheiten, die Freude mitzunehmen, wenn er mal wieder raus und weg wollte. Damals war es schon geil, wenn wir wegen Pilz- oder Blaubeersammlung in der Lüneburger Heide übers Wochenende im Wald schliefen. Ich hoffe, er bekommt im Himmel von meinen kleinen Erlebnissen etwas mit, die aufgrund seiner konstanten Aufbruchstimmung von damals gewiss eine Grundlage gaben. ( ehrlich, im Moment fallen mir mit Tränen noch so einige Storys ein)

Auch Dir Mutter sind gewiss einige Kilometer gewidmet. Gewiss, wenn man den Freitag, den ich für Dich jede Woche da bin nicht zählen würde, dann gebe ich zu, wenig Zeit für Dich zu haben. Doch bitte entschuldige, die Zeit war und ist gefüllt mit vielen Verpflichtungen oder Terminen. Dazu bin ich natürlich sehr gern, falls zeitlich machbar, draußen unterwegs.
Nun, diverse Reisen oder Touren sind leider auch nicht mehr so machbar, da Du Dich körperlich müde fühlst und wie früher Oma schon sagte, ... jeder Knochen wehtut.

Weitere Kilometer gehören Dir 'Anne B.'  Wieviel hast Du mir in den Jahren gegeben, das ich so bin, wie ich jetzt bin. Der 'Kaschper' hast Du schon mal früher gefrotzelt. Wahnsinn, wieviel Kilometer wir allein in den Jahren gemeinsam gelaufen sind. ( Bitte entschuldige vor einigen Wochen die Strecke zur Traufbachalpe)
Nun bin ich hier an der Iller, auch wenn viele andere Zuflüsse hinzu kamen, geprägt ist der Name Iller für uns vom Zusammenschluss der Breitach, Stillach und vor allem der Trettach bei Oberstdorf. Eine Art dazu gewonnene Heimat für uns.
Dazu soll erwähnt sein, mit welchem sozialen Engagement Du anderen Menschen Unterstützung und Hilfe gibst, trotz Alleinerziehung und vollem Berufsleben,
und, so unterstützt Du mich, in dem Du mich immer wieder mit vollem Vertrauen gehen lässt, und auf mich wartest,  Danke, ...
Für meine Kinder bin ich auch einige Kilometer gegangen. Einige, für die Zeit, wo ich schöne, unvergessliche Momente mit ihnenhaben durfte, und einige, die Ihnen Mut und Kraft geben sollen.
Ich hab in diesen Tagen wieder erleben dürfen, wieviel es ausmacht, wenn man an sich und seine Ziele glaubt. Vertraut mir, Dinge die weit weg sind, können mit Glauben und Geduld sehr viel näher kommen, oder einiges einfacher machen.
Wege, die man beschreitet, haben nie ein Ende, irgendwo gibt es immer wieder einen weiteren Abzweig, der hilfreich sein kann.

Dann gibt es noch Kilometer, die widme ich gerne Euch allen da draußen,
inclusive Strecken, Bilder, und Erlebnisse.
Ich berichte Euch gerne von all den vielen Touren mit Worten und Bildern. Mir ist vollkommen klar, das viele hinaus möchten.
Mag es aus familiären, wirtschaftlichen Gründen sein, oder wegen körperlichen Einschränkungen, leider hat nicht jeder Möglichkeiten, draußen aktiv zu sein, oder Besichtigungen durch zuführen.
Gerne gebe ich Euch hier etwas ab von meinen Erlebnissen.


Altusried, der Begriff an Örtlichkeit für mich dieser 2 Tage.
Bevor es heute Richtung Oberstdorf geht, von wo es mit den jungen Sprintern dann in die alpine Bergwelt geht, muss ich meine Erfahrungen dieser lieb gewonnenen Gegend preisgeben.
Meiden wollte ich den Ort, wenn ich auf der Hinstrecke den Ortsnamen  gelesen hatte. Fragt mich nicht, ich weiß nicht warum.  Die Stundenangaben waren unsympathisch, oder ich dachte, es liegt nicht unbedingt an der Wegstrecke.
Letztlich war es die Hängebrücke, die mich in diese Richtung trieb. Vorgestern zum eingewöhnen betrachtete ich den schönen Ortskern und gestern das Umfeld.
Ich gebe zu, ich hab in vielen Jahren das Trettachtal lieb gewonnen, und würde auch jetzt noch dieses als meine zweite Heimat ansehen.
Aber auch hier war es sehr schön und  außergewöhnlich.
Wer Kluftingerkrimis liebt und gelesen/gesehen  hat, fühlt dich beim begehen der zahlreichen Wanderwege direkt in Geschichtsszenen eingebunden. Von meinen lieben Hausherren wurde mir die Strecke in Richtung Kalden mit Illerschleife empfohlen. Ich war sehr glücklich, diese Strecke zum Anfang gegangen zu sein. Diese grüne hügelige Landschaft mit den Möglichkeiten zwischendurch Fernblicke haben zu dürfen,  war sehr beeindruckend.
Hierbei auch den Damen vom Verkehrsamt vielen Dank, die mir zur Wegempfehlung auch eine gut aufgestellte Ortskarte mitgaben.
Hinter der Ruine ging es leicht tobelartig durch den Wald hinunter, wo man zwischendurch auch schon mal einen gewagten Blick auf die Illerkurve werfen konnte. Allerdings nicht immer ungefährlich, einmal kletterte ich ein Stück hinauf, wo es früher schon einmal einen gewaltigen Erdrutsch gab.                             Hier auf dem Abstieg kam ich sogar in den Genuss, Leben zu retten. Genuss, warum dieses? Nun ja, wann erlebt man so das Aufeinandertreffen zweier Tiere, wovon eins davon kurz vor dem Verzehr stand. Im richtigen Moment kam ich des Zufalls wegen dort entlang, als sich die kleine Schlange in Richtung fetter, brauner Kröte bewegte. Beide durch meinen Gang erschrocken, machten sich ins Gebüsch weg, wobei die Kröte zumindest vorerst ihr Leben behielt, und die Blindschleiche kurzfristig Diät einlegen musste.
Eine Weile später, als ich unten ankam, und nun entlang des Flusses ging, war ich verzaubert von der nun total anders gegebenen Optik. Mittig des Flusses eine Baumreihe zu erahnen, davor jede Menge Schilf. Und vor mir auf dem Wasser jede Menge Seerosen, und dazu hier und da ein Schwan.

Wald- und Wiesewege bestimmten dann weiter das Bild, wobei ich einmal doch recht stinkig war.
"Stausee"-5 Minuten stand auf einem Hinweisschild.
Aha 5 Minuten gewiss, aber Stausee war wegen Bewaldung nicht wirklich erkennbar. Das Schild ist überflüssig.
Auf dem Rundweg langsam zurückkommend hatte ich noch nicht genug. Es war halt ohne Gepäck ein leichtes laufen. Statt stadteinwärts zu gehen, bin ich dann noch Richtung Süden den Weg der 'Gipfelstürmer' gegangen, so das ich im Endeffekt 3/4 der Umgebung von Altusried gesehen habe.
Und mit diesen Erfahrungswerten fand ich den Gedanken nicht schlecht, auch hier einmal eine Ferienwoche verbringen zu wollen. Gewiss für jede Jahreszeit aufgrund der landschaftlichen Optik empfehlenswert. Und dazu so zentral, das man in einer Stunde in den Bergen ist, oder zum Bodensee gelangen kann.
Empfehlenswert? Nicht nur dieser Ort hier. Denn das kann ich auch für die Apotheke Hofer in der Kemptenerstrasse sagen.
Aufgrund von guter Beratung bekam ich von der Apothekerin eine gute Schmerzsalbe, glaubt es mir bitte, Rückenschmerzen genauso wie schmerzhafte Knie oder Meniskusschmerzen konnten mich den ganzen Tag nicht ärgern.
Nun heute nach dem Frühstück der Abschied von meinen Gastgebern, denen ich noch einmal herzlichst danken möchte, für diese freiwillige Aufnahme. Dazu auch noch die Düsseldorfer Damenrunde, mit der ich am Frühstückstisch manch nette Gespräche hatte.
Euch wünsche ich noch einen weiteren schönen Aufenthalt hier.

Nun, die ersten Kilometer in Richtung Kempten sind hinter mir.  Gute 3 Stunden bis dorthin, und von dort geht es dann wie beschrieben nach Oberstdorf, von wo es dann zu viert in die Berge geht.
Als ich Altusried verließ, begann für mich eine außerordentlich schöne Wanderung. Jegliche normale städtische Gegebenheiten waren innerlich schnell weggestrichen. Es waren wirklich zwei wunderschöne Tage in und um Altusried, aber nach den ersten Kilometern merkte ich, wie befreit ich wieder war.
Ich inhalierte Luft, Natur, Sauerstoff und Optik, ich füllte mich frei und suchte schnell den Vergleich, wie ich alternativ leben könnte. Schwitzen, marschieren um die Zeit, all das machte mir nichts aus.
Ein Grund  lag wahrscheinlich auch in dieser wunderschön hergestellten Streckenführung.
Gewiss könnte man in der Ferne diverse Fabrik-, oder Wohngegenden Kempten's vermuten. Aber hier und jetzt waren auf langer Strecke natürliche Sehenswürdigkeiten groß geschrieben.
Mir glückte es auch wieder, während der ersten kurzen Rast Wild zu sehen. Im Wald streifte stolz etwas vierbeiniges umher, welches ich gut und gerne als Rotwild mit Geweih identifizierte.
Das sind eben die coolen Momente, während der Wanderung oder Pause irgendwas zu entdecken. Welches mich wiederum total befreite von den Vortagen. Auch erwähnenswert ein Gedanke, den ich gerne für spätere Touren einfügen möchte. In einem kleinen Ort traf ich auf eine Familie, deren Mutter mich fragte, ob ich mir diese Tat für einen guten Zweck antun würde. Hm, nein, erwiderte ich, und dachte dann während des weiteren Wegs an meinen Traum, das ich durchgehend irgendwann einmal unsere deutsche Alpenwelt von West nach Ost überqueren möchte. Einige Wochen jeden Tag von Hütte zu Hütte. Da dies wegen Arbeitsausfall und der Kosten gewiss gesponsert werden muss, überlege ich mir, ob dann nicht auch noch für bedürftige Menschen, oder Organisationen wirklich gesammelt werden könnte.

Vielleicht war es so bestimmt, als ich näher gen Kempten kam , verließ mich der Zauber, da nun alles städtischer wurde, und ich auf einmal entzaubert der letzten Tage war. Mag sich komisch anhören, aber Kontrastgefühle der hohen Gefühlswelt. Aber, der Egotrip  ist erst einmal  vorbei, ab heute Abend  heißt es bis Sonntag die angekommenen Jungs bei Laune zu halten.
In Kempten angekommen, zog ich es direkt vor, mit einem Regionalzug nach Oberstdorf die letzten Kilometer zu fahren. So durchlief ich die Stadt noch einmal von Nord nach Süd, um den Bahnhof zu erreichen. Am Omnibusbahnhof empfahl man mir noch einen Bus in Richtung Bahnhof, Wartezeit eine Minute. Doch die angegebenen 20 Minuten wollte ich dann doch lieber gehen, welches eine große Dummheit war. Anstatt die kleine Busgebühr zu opfern, war ich mir sicher, das es zeitlich klappt. Aber während der Strecke durch die Innenstadt lief mir die Zeit förmlich davon. Mit dem schweren Gepäck auf dem Rücken blieb mir nichts anderes übrig, als mit Vollgas schon fast zum Bahnhof zu rennen. Ich erreichte ihn auch genau 2 Minuten vor Abfahrt des Zuges, wobei ich im Akkordtempo auch noch ein Ticket lösen musste. Und somit hatte ich in den folgenden Tagen während der steilen Bergetappen ziemlich mit Wadenprobleme zu kämpfen. Bei jedem steilen Anstieg merkte ich, wie immer mehr die Muskulatur übersäuerte, und ich den normalen Abstand zu den Jungs aus eigener Schuld noch zusätzlich vergrösserte.
Nach Ankunft in Oberstdorf stand für mich erst einmal der Grieche in der Innenstadt an, um leckeres bis dahin vermisstes Grillfleisch in mir hinein zu schlingen. Und so verging die Vorabendzeit, so das ich nach der Busfahrt zur Jugendherberge fast zeitgleich mit Lars, Jan und Pascal ankam.
Yeahh, meine Tour war von nun an bis auf diverse Erlebnisse, die ich bei einem abschließenden Glas Bier preisgab Vergangenheit. Von nun an zählte die Gemeinschaft, die sich in diesem Jahr während der Hüttentour das Königsetappenziel am dritten Tag ausgewählt hat. Es sollte vom Prinz Luitpold Haus hinauf auf den Hochvogel 2592,- m gehen. Ein Traumziel für mich seit zirka 3 Jahren. Im letzten Jahr mussten wir den Plan aufgeben, und wegen Schneefalls harmlose Wanderungen durchführen. Aber in diesem Jahr sollte es bei mäßigen Wetter gut klappen.
Und von den einzelnen Etappen schreibe ich dann in den nächsten Blogs in den jeweiligen Einzelbeschreibungen der Aufstiege.
Leider, und das merkte ich aus Arglosigkeit erst zwei Tage später, musste ich mich so einige Male hüten, die Wege unkonzentriert zu gehen, da ich bei einer mehr zufälligen Betrachtung der Schuhsohlen feststellen musste, das eben diese einiges an Profil von den vielen Kilometern verloren hatten, und mir dementsprechend der Gripp fehlte.  

Folgende mehrtägige Tour steht an:
Von Reichenbach zur Gaisalpe, dann auf zum Nebelhorn, mit dem Tagesziel Edmund-Probst-Hütte.
Von dort geht es weiter zum Prinz Luitpold Haus über dem Laufbacher Eckweg.
Falls machbar wegen trocknen oder feuchten Gipfelwiesen wollten wir gern noch Himmeleck und Schneck mitnehmen. Welches allerdings an beiden Tagen des vorbei kommen misslang.
Ziel ist danach am Samstag bei hoffentlich guten Wetter der Hochvogel. Der zweite Anlauf im zweitem Jahr.
Sonntag gerne der Abstieg Richtung Oytalhaus , wenn’s  geht dann mit dem Roller bis ins Tal.

Auf geht's Burschen, es lebe der Sport, ……..- alpin und in Form mit seinen Gebirgsschönheiten.


....wer Geduld hat, der kann demnächst die gesamte Fotopalette hier auf 
www.facebook.com/bergischland.onTour  anschauen und kommentieren.

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