Dienstag, 16. Februar 2016

Winter-Schneeschuh Tour ....im Traufbachtal / Allgäu

Schneeschuhtour im Traufbachtal


17.02.2015....ein Jahr danach die Veröffentlichung der Schneeschuhtour,
welche mit Schikanen am mit Schnee bedeckten Tobel bis ins Tal behaftet war.
Dazu eine Aufarbeitung, ...ja, ein Deja Vu Erlebnis einer Tour an gleicher Stelle vor ca 9 Jahren.                      ...lest selbst
was sehr romantisch im Trettachtal begann...
             

Sommer 2013, ...später Februar 2015, beide Male habe ich an den jeweiligen Tagen spontan entschlossen, diese Strecke nochmals zu begehen.



Sommerurlaub '13 in gewohnter Ferienwohnung im Trettachtal, endlich mal im Sommer hier, warum soll ich nicht einen kurzen Abstecher machen, in das Traufbachtal. 
7 Jahre zuvor war ich schon einmal dort, gekommen vom breiten Fahrtweg unterhalb des Traufbergs, ausgegangen von der Spielmannsau.

Kleidungsmäßig, Streckenmäßig, - alles mit einem guten Gefühl, es ist Sommer, trockene und ideale Bedingungen.
Doch, da ist etwas, dieses mulmige, teils ängstliche Gefühl, denn schon bei Beginn des Tobels bin ich trotz nun getragener Sommerkleidung in dieser kalten Welt von damals zurück ............


Winteraufenthalt im Allgäu, Februar 2015, während meiner gesamten Herbst- und Winterzeit im Kleinwalsertal wartete ich auf den Tag, an dem ich bei guten Winterwetter, an dem kein Niederschlag, kein Neuschnee vorangegangen ist, 
wagen konnte, in das Trettachtal mit dem Bike zu fahren, um dann von dort aus in das Traufbachtal zu gehen.
Bis April fährt in diesem Tal noch kein Linienbus, daher erspare ich mir die lange Wanderung, um zumindest bis Spielmannsau mit dem Fahrrad zu fahren. 
Nicht einfach, etwas beschwerlich auf den teils nassen, glitschigen Schneeverhältnissen, aber es funktionierte.
Es kommt der Weg, winterlich wie damals, der in das Tal führt, welches nun noch einmal bewusst begangen werden soll.

Kleidungsmäßig, Streckenmäßig, - alles mit einem guten Gefühl, es ist Winter, trockenes Wetter und ideale Bedingungen.
Doch, da ist etwas, dieses mulmige, teils ängstliche Gefühl, denn schon bei Beginn des Tobels bin ich trotz nun getragener Winterkleidung, (mit Schneeschuhen ausgerüstet, dazu mit Rucksack und nötigen 1-Hilfe Paket und Notfallwäsche) 
in dieser kalten Welt von damals zurück ........


In beiden Situationen ist es verdammt aufregend, weil es eben eine Vorgeschichte dazu gibt. 
Mit den jetzigen Erwartungen und der Reife, mit der Ausrüstung von heute, wäre es eine bestimmt reizvolle, aber ohne Bedenken durchführbare Tour.
Dennoch, anbieten als Reiseveranstaltung, würde ich diesen Abstecher auch heute noch nicht!


Dezember 2006, oder Januar 2007, ich weiß es nicht mehr,
da wurde aus einer normalen Wandertour im Trettachtal ein Alptraum ........


Tief im Tunnel …... Spielmannsau 2006

In den bisherigen Winterferien zwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir bisher immer sehr viel Glück mit dem Wetter.
Allgäuer Alpen, Schnee, und meist blauer Himmel. Hier und da mal ein Wölkchen, aber selbst am späten Abend, wenn uns die Lust packte sind wir noch im Dunkeln unterwegs. Es war es ein traumhaftes Bild in der nächtlichen Natur. Hinter dem Trettachtal im Norden die Lichtkuppe der Feriengemeinde Oberstdorfs, gen Süden der Kegel der Trettachspitze.
Alles im Dunkeln, beleuchtet lediglich vom Mond und eben dem reflektierenden Schnee.
Bilder, welche ewig in Erinnerung bleiben.

Diese Spaziergänge spät abends brachten uns zum Christlsee, wo an dem zugefrorenen See damals noch ein Kurhotel zu besuchen war, in dem man bei Kerzenlicht, oder im offenen Barbereich sitzen konnte. Da wir tagsüber bei den Wanderungen oder abends in der Ferienwohnung durchgängig allein miteinander waren, tat es zwischendurch gut in Geselligkeit noch einen Abenddrink zu nehmen. Recht unterschiedlich waren die Gesellschaften, vom gutbürgerlichen Rentner, über wohlsituierte Geschäftsleute, bis hin zum Trainerteam inklusive der Sportler der russischen Skispringer-Nationalmannschaft.
Nicht zu vergessen, das Oberstdorf gerade in der Winterzeit, vor allem nach den Weihnachtstagen ein reichhaltiges Angebot an Wintersportveranstaltungen bietet.
Hier eben die Vier-Schanzentournee mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf.


Ein Tag der irgendwann kam, lud wieder nur so zum Winterwandern ein.
Weiße, große Bergkulissen um uns herum, der Himmel strahlend blau, vor unserem Ausgang, nahe des Wanderweges die Langlaufloipe, die tief von Oberstdorf, an uns vorbei bis hin zur "Spielmannsau" verläuft.
Tja, eben jene paar Sportler, dazu einige Wanderer, das war es schon, viele Menschen sahen wir hier oben in diesem Paradies nicht.
Das "Trettachtal" endet dort hinter der "Spielmannsau", und ist für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt, wo dann die Aufgänge zur "Kemptner Hütte" und der "Trettachspitze" und einige bekannte Höhenwege zu erwandern/besteigen sind, was natürlich zu diesen harten Winterzeiten unmöglich ist, da hinter der "Spielmannsau" der alpine, (eigentlich) nicht begehbare Bereich beginnt.

Kräftig gelbes Schild: Hier beginnt der ungeschützte, alpine Bereich!
Ab hier gilt Lebensgefahr bei jeglicher Begehung!

Das war unser eigentliches Tagesziel ab der Mittagszeit, um dort den Bergen, dem Talkessel, und den letzten Höfen und wenigen Unterkünften nah zu sein. Es sollte eine wunderschöne Winterwanderung werden, wobei ich mir eine örtliche Karte mit ausgedruckten Wanderwegen mitnahm, da ich gerne die Wege, die wir begehen auf den Karten vergleiche.
Allerdings hatte diese Karte leider nicht die passenden Infos, die ich nun im Winter
bei Schneehöhen von ca. einen bis eineinhalb Meter Schnee dort, auf nicht geräumten Wegen gebrauchen würde.

Wir marschierten los, im Rucksack etwas süßes, Fotoapparate, nichts dem Wetter von durchwegs minus 15 ° angepassten Notutensilien dabei. Während des Fußmarsch Richtung Wanderweg immer wieder die tollen Blicke in Richtung "Trettachspitze", dem "Kratzer" und dem da drunter klein scheinenden Traufberg, der lange Zeit, ...vielleicht für ewig, in Erinnerung bleiben wird. ..........

Gut, das wir es von unserer Ferienwohnung nicht soweit haben, wir kommen langsam nach "Spielmannsau".
Bevor es links in das uns unbekannte Traufbachtal hineingeht, kommen wir an eine der vielen kleinen Kapellen im Allgäu vorbei. Nebenher eingezäunt einige Ziegen und Schafe. Spielmannsau ein ganz kleiner Miniaturort, mit ca. 6-8 Gebäuden, Gasthof, Pension, Jugendherberge. Mehr nicht. Dahinter geht dieser Talkessel ziemlich in die Breite. Rechts und links, mittig alles mit Schnee bedeckt.
Nun am Nachmittag, wo die Sonne schon tiefer steht, sieht man Tausende von Kristallen auf der Schneeoberfläche. Wunderschöne Fotomotive. Ein Stück weiter führt der Weg an mit Schnee überdeckten Wiesen lediglich noch bis zum Ende des Kessels, vorbei an 2 Höfen, die derzeit im Winter geschlossen sind. Im Sommer sind dort Kühe auf den Wiesen, die auf diesen Almhöhen das frische, saftige Grün haben, und wo wir zu anderen Jahreszeiten gerne die angepriesene Buttermilch genießen, oder würzigen Bergkäse kaufen. Wir ruhen uns auf einer Bank aus und sind fasziniert von dieser Optik am Fuße der Trettachspitze und weiteren Bergen. So nah, an meinem mittlerweile sehr lieb gewonnenen Berg, mit seiner prächtigen Kegeloptik.
Links von uns nochmal ein kleinerer Berg, vorgeschoben vor den anderen Gebirgszügen. Ich schaffe es Anne zu überreden, das wir noch ein Stück weitergehen, interessiert vom letzten Rest des Tals, was am Boden überwältigend weiß und kristallisierend wirkt.
Angekommen an den beiden Bauernhäusern, fast wirklich schon das Ende der ......Welt.
Noch ein paar hundert Meter, dann sieht man lediglich nur noch, wie langsam Steigungen sich präsentieren, ich möchte gerne weitergehen .......

Ich sagte, das ich weiter gehe!
Persönlich hatte ich mir die Gegend schon daheim auf der Karte angeschaut. Demnach, wenn man nun den Weg weiter geht, kommt man durch den Wald auf den Weg gen „Kemptener Hütte“, direkt an der Station, der Materialseilbahn vorbei.
Die Hütten obenauf sind natürlich bei den Witterungen derzeit geschlossen. Allein durch die Maßnahmen, das dort Barrieren aufgestellt waren, mit dem Hinweis, das es fortan um alpine Wege geht, die nun in dieser Jahreszeit schwer begehbar sind, ließen mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen, da ich nun an Bereichen gelangt bin, wo der normale Winterwanderweg endet, und alles was ab hier geschehen würde, nur noch mit gefährlichem Abenteuer zu tun hätte, wegen fehlender Ausrüstung und Erfahrungen.



Links der Weg in Richtung des kleinen Traufbergs vor uns, war schon zwischenzeitlich begangen. Nein vielmehr war dort eine Spur eines schmalen Fahrzeugs erkennbar, das nicht mit Rädern sondern wohl mit Ketten betrieben ist, und dort erst kürzlich hoch oder runter gefahren ist. Selbstbewusst bin ich schon davon ausgegangen, unbeschwert dort hoch zu gehen. Laut Karte führt der Pfad nach oben durch einen Wald, um dann später bergab in das Traufbachtal zu führen. Dort angelangt würde man laut Karte einen schmalen Weg neben dem Tobel wieder in Richtung „Spielmannsau“ begehen. Dort , wo eben noch von der Kapelle die Rede war.
Ich bat Anne darum etwas zu warten und dann dementsprechend mir durch das Tobeltal entgegen zu kommen.
Für mich so gesehen lediglich ein Rundweg.
Locker gedacht für mich die Idee, beziehungsweise ohne große Bedenken, als ich mit Ihr darüber sprach, und nochmal bildlich die Graphik zeigte.
Bildlich vor mir diese weite, große Fläche voller Schnee, mit sanften, kleinen Erhebungen, wo je nach Sonneneinstrahlung der Schnee glitzerte und nur nach mehr einlud.
Ich zeigte links auf dem Traufberg,
dort,
„da führt der Weg geschmeidig hoch, wenn ich dort nicht mehr zu sehen bin zwischen den Bäumen, ja, dann kannst Du in die andere Richtung losgehen“.

Einige Schritte voran auf dem Weg, rief sie nochmal nach mir, als wollte sie noch einmal letztes Mal ein Abschiedskuss geben, und ein letztes Foto machen.
Warum auch immer, es zog mir dabei ein eiskalter Schauer über den Rücken.
„Spätestens in 45-60 Minuten sehen wir uns doch schon wieder ….“,
und ich zog los.

Man, war das ein geiles Feeling, ohne große Meinungsverschiedenheit zog ich los, in diese weiße Welt, mit den Gedanken, auf halben Weg, optisch den Bergen näher zu kommen und mit wunderschönen Fotos zurück zu kehren.
Null Zivilisation,
rechts, -links, gerade aus, die pure Natur,
und hinter mir, nebst der zurück gebliebenen Welt winkte ich nochmal einem ernst drein blickenden Mensch zu. Obwohl, sie lächelte schon, aber ich kannte den Blick. Einer dieser Blicke, die oberflächlich Zufriedenheit zeigen sollten, dahinter aber doch die pure Angst, oder Misstrauen verbargen.

Wenn ich so allein los düste, ohne das ich mich beobachtet fühlte, feixte ich schon mal mit mir herum, stieß einen Seufzer aus, lachte mich selbst aus, oder schrie irgendeinen Joke hinaus. Einfach so, mit dieser Verinnerlichung, derzeit frei mein Ding tun zu können.
Schönes, aber vielleicht auch abenteuerliches, aber eben frei und weg vom Alltag, irgendwas feines da draußen erleben.

Ziemlich gerade, und mit kleinen Kurven ging es bergauf, je höher desto mehr Bäume um mich herum.
Krass, auf diesen von irgendeinem Motorgefährt platt gewalzten Schnee ab und zu Bluttropfen,
hm, na ja egal, was soll schon schlimmes hier sein, wo sich sonst eh kaum jemand hin wagt.

Na ja, mich Depp nun ja doch.

Schon einige Meter hinauf gegangen, konnte ich zwischen dem Bauernhof und Spielmannsau, bei dem wir uns verabschiedeten, Anne beim zurückgehen sehen und winkte ihr zu, wobei ich denke, das sie mich von unten zwischen den Bäumen gewiss nicht erkennen konnte.
Ach ja, wer weiß, was uns noch schönes erwartet hinter den Kurven, ...wo werden wir uns wohl wieder treffen. Wird sie schneller sein, …..wird sie schneller durchs Tal sein, als wie ich hier herauf, und dann irgendwo wieder hinunter?

Für mich immer spannend solche Gegebenheiten. Ich mag selten und ungern immer die gleichen Wege gehen. Für mich ist es immer wieder interessant, zu raten oder mich überraschen zu lassen, was auf dem jeweiligen Weg noch kommt. So hat jeder Weg dann auch seine eigene Geschichte.
So langsam werde ich wohl das Tempo ein wenig drosseln, ist schon irgendwie steil hier. Während ich mich bei einem leichten Verschnaufen umdrehte, merkte ich, an den Höhen der gegenüberliegenden Bergen, wie hoch ich schon gekommen bin. Der massive Kegel der „Trettachspitze“ wird je höher ich komme immer größer.

Hey, … ich bin schon auf Wolke 7, wenn ich diese stetige Veränderung der Höhenlagen sehe und bestaune.
Alles wirkt bei diesen winterlichen Hochlagen so rein, so sauber in Kombinationen der Schneeberge mit dem blauen Himmel.

Wo sie nun ist, hm, ach ich glaube eigentlich, das sie gewiss noch nicht weit gekommen ist, wegen der gewiss reizenden optischen Ziele, die sie wie immer fotografieren wird.

Bin nun schon so einige Meter hoch, recht glücklich, das der Schnee platt gewalzt ist, wobei die roten Flecken, meiner Meinung nach, Blutflecken, mehr und mehr werden, teils wie Fleckenteppiche, teils lang gezogen.
Auf meiner Bergseite, wo schon viel bewaldete Fläche ist, nun mehr auch viele Kugel ähnliche Schneehaufen, die gewiss nicht von allein so geformt sind.
Ja, je höher ich komm, desto seltsamer wird alles hier.
Hab ich irgend etwas verpasst?

Wenn ich hinüber auf die gegenüberliegende Seite des „Trettachtals“ blicke, bin ich schon sehr befriedigt, so forsch fort gekommen zu sein, und, diese Strecke allein bis zu unserem Treffen gegenüber gewagt zu haben.
Diese Welt allein, und so nah der Höhen, der gewaltigen Ausmaße dieser Berge so mit erleben zu können, das ist schon ein sehr schönes Glücksgefühl. Das ist eine ganz eigene Befriedigung, welche ich dort genoß.
Im Gegensatz zum nur trägen, ganztägigen Strand sitzen, ob mit Buch, ruhend,
- never, davon zehre ich sehr lange, von diesen Glücksmomenten hier.


Mittlerweile, höher ansteigend, wird diese Kugel/Schneelandschaft immer deutlicher und größer. Ohne Schnee wüsste ich leider das ganze nicht zu deuten, doch momentan ging ich davon aus, das vorab eine große Lawinenmasse herunter gekommen schien.
Trocken, würde ich meinen, das es auch Geröllmassen sind, die sich irgendwann einmal von oberen Felsen lösten. Doch jetzt in diesem Moment könnte ich genauso bestätigen, an einer vor mir, oder auch gestern herunter gekommenen Lawine vorbei gekommen zu sein.

That`s my problem, stelle ich gerade fest.
Ich mag zwar mit viel Sportsgeist und Interesse für die hiesige Gegend diese alleinigen Wanderungen durchführen wollen. Doch Gefahren hab ich von da unten nicht erwartet und wohl unüberlegt die Tour gewagt.


Nicht ganz oben angekommen,
es wird kurvenreicher, das Ende ist noch nicht abzusehen, wie hoch ich muss, ist meine Wegfläche auch schon wesentlich roter geworden. Schon interessant zu sehen, wie sich Dinge, wie Blut bei diesen frostigen Temperaturen im Urzustand halten.
Der Weg ist dahinter nicht mehr so platt, wie der bisherige Aufstieg,

...hier, wo auf einmal Flecken an Blut nur so den Boden bedeckten, ist das Gefährt wohl auch nicht mehr weitergefahren.
Bevor ich mir Gedanken mache, wie ich gleich teils durch Tiefschnee und minimaler Skispur weiter hoch gehe, stelle ich fest, das hier wohl letzte Nacht, nach dem letzten Schneefall, Jäger irgend ein Wild erlegt haben. So sind die ganzen Spuren hier zu deuten. Dort drüben im Wald mitten im Schnee der große Blutfleck.
Dort stand gewiss das arme Wesen. Wegen der großen platten Fläche an niedergewalzten Schnee wird es wohl ein Hirsch oder eine Gämse gewesen sein.
Kaum Zeit zum weglaufen, wahrscheinlich wegen Futtermangels hier oben schon körperlich geschwächt..
So erschoss und zog der Jäger, das arme Tier zum Weg um hier neben meinen Füßen das arme verendete Wesen auf den mit Motorschlitten zu heben.

Fortan, jedes mal wenn ich in den Wald hinein blickte, sah ich anstatt größerer Baumreste, oder Gebüschen, ...grimmig, drein blickendes Damwild.
Wollten sie auf mich zu rennen und mit ihrem Geweih aufspießen?
Sollte ich, der nun aus ganz anderen Gründen hier diesen Weg ging, die Rache der Vierbeiner erleben, die im Sommer hier zu Haus sind, und Futter in normalen Maßen finden, aber jetzt im Winter bei diesen Temperaturen geschwächt sind, und am Tag viele Kilometer laufen müssen, um ins Tal zu gelangen, um irgendwelche Strohballen, die die Bauern vor den Toren der Stadt liegen lassen, an zu knabbern.
Und um dann vor der Dämmerung wieder, immer noch geschwächt hinauf laufen,
den weiten Weg.

Mir wird mulmig so allein hier oben, warum überkommt mich die Angst nun hier,
bloß wegen dem Gebüsch, wegen großer Felsen, die ich für geweihte Raubtiere ansehe.
Ich merke, je höher ich kam, desto mehr an Kräfte und Konzentration verlor ich.
Hab ich mich einfach mit diesem optischen Wahn, den die gegenüberliegenden Bergen mir vorgaukelten, müde gelaufen? Eigentlich nass geschwitzt, trotzdem fröstelnd.
Ich zieh die Jacke aus, und kreisende Momente überfallen meinen Körper, bin ich unterzuckert?- ist die Luft hier oben nun dünner? ...irgendwas ist auf einmal soviel anders, ...komisch, alles anders auf einmal …...


Ich sehe mich noch eben, wie ich belustigt an jedem weiteren Höhenanstieg die Kamera herausholte und mich mit dem Hintergrund der „Trettachspitze“ und dem sonstigen Hintergrund fotografierte.

Doch wiederum von jetzt auf gleich bekomme ich den Eindruck, das mir irgend etwas die Beine wegzieht, ich zitter teilweise schon, und merke, das so langsam Schwindel einsetzt.
Hier oben ist keiner weit und breit, ...und außerdem wäre es mir viel zu peinlich, von jemanden hier entkräftet aufgefunden zu werden.
Der steile Anstieg war nicht ohne, und ich muss feststellen, wie man sich von der äußeren Optik leiten lassen kann, und wichtiges vergisst.
Ich bin wohl an der höchsten Stelle dieses Weges angekommen und werfe den Rucksack in den Schnee,
reiße mir die Jacke und dicke Pullover vom Körper, um Schwitzwasser schnell trocknen zu lassen.
Die mitgenommene Wasserflasche setze ich an, und lass das Wasser nur so in mich hinein gluckern.

Uuaahh, so eiskalt mittlerweile das Wasser, das es im Mandelbereich arg wehtut.
Dazu die Riegel Süßigkeiten und zufällig den in dem Rucksack mitgenommenen Traubenzucker..............,
...........… es sind jene Momente wie in der Kindheit.
Schlittenfahrten, wo es hoch und hinunter ging.
Ohne Pause flitzt man nach den Schulaufgaben hoch und runter. Als man dann daheim ist, rast man zum großen weihnachtlich dekorierten Teller, um dort alles schnell in sich hinein zu stopfen, was süß und lecker ist.

Es dauert ein paar Minuten, und ich fühle mich wieder wohler. Wenn sich vom Höhenmaß nichts mehr ändert, sondern es nach den Kurven gleich auf der Höhe bleibt, hab ich ja kräftemäßig nichts mehr zu befürchten.

Von nun an nur diese verschneite Welt genießen, die tiefen Sonnenstrahlen, die nur so zwischen den Bäumen leuchten,
und irgendwann, wenn sie entgegen gekommen ist, mein Weib, wieder gemeinsam mit ihr hinunter gehen.

Ich komm nun an Stellen des Bergs, wo es in einer Kurve herum geht. Mir gegenüber sichtbar die Kegelberge, dazwischen wohl unten der Weg, über den sie mir wohl entgegen kommen wird.
An gewissen Stellen, wo Bäume weniger vorhanden sind, kann ich nicht den Weg unten erkennen.
Dachte ich!

Just for fun fange ich laut an zu schreien. Ist eh kein Mensch hier, meinte ich.
Ich schreie und grüße alles aus mir heraus, um mich bemerkbar zu machen, wir müssten uns ja bald näher kommen.
„Holla-die-Ütti“,
ist mir doch egal, ob es jemand mitbekommt, so frei wie ich mich gerade fühle.
Trotz der Erkenntnis, das sie mir nicht antwortet, zeitlich wie Strecken mäßig müsste sie schon einiges an Weg da unten gemacht haben.

Hier nun um die Kurve gelaufen verändert sich die Optik. Gegenüber der Berg zeigt diverse Stellen, wo an den schönen weißen Hängen viele Schmutzfurchen zu sehen sind.
Lawinen-Abgänge.
Zum fotografieren reizvoll, diese Dreiecke.
Oben breites Feld angelegt, und nach unten gehend schmaler werdend.
Umgeschlagene Bäume und Äste,
schon sichtbar, was da für eine Kraft hinter steckt, wenn der Schnee einmal ins Rollen gekommen ist.

Mein Weg bleibt eben und kurvenreich, durch Skispuren, irgendeines Skitourers, ...ohne jene Spuren würde ich durch Tiefschnee laufen und den Weg nur erahnen können.
Nochmals der Blick nach unten, ein lautes „Hola di-üttü,“,
aber leider keine Antwort ihrerseits.
Hm,... warum bekomme ich optisch, wie verbal nichts von ihr mit?
...gefühlsmäßig bin ich sehr allein hier.


Den „Traufberg" fast umrundet, blick ich nun in den tiefen Kessel des „Traufbachtals“ hinein,
…....sagenhaft diese weite, weiße Ebene, im Sommer führt ein Weg dort zur „Traufbachalpe“, dahinter wie in vielen Nebentäler ein Kessel der rund mit hohen, schönen Bergen das Tal abschließt. Hier das Kreuzeck.
Wouw, Fotos, Fotos, ...und noch mehr Fotos.
der schneereiche Wahnsinn. Man muss das Gefühl dazu verstehen, ganz allein irgendwo zu stehen, und ohne Geräusche und Geplärr,
ohne Touris, ………….das alles allein genießen zu können.
Ein neues, noch nicht gesehenes Tal,
einfach staunen, genießen,
Puuh....., einfach die geile Zufriedenheit, die im Alltag schwer zu erlangen ist. Gerne dabei mit dem Schuss von Abenteuer.


An der linken Wand dieses breiten Bergkessel, konnte ich trotz der Entfernung, gewiss 2-3 Kilometer, am oberen Berghang irgend etwas Bewegliches erkennen sehen .....
Über dem Gipfelgrat alles Himmelblau,
und im Schnee zu sehen,
Striche, die sich wedelnd nach unten bewegten.
Leider mit dem Profil des Fotoapparates nicht zu erkennen, schaute ich mit dem Fernglas und konnte 2-3 Skifahrer als kleine Punkte erkennen, die den Berg hinunterfuhren.
Das fühlte sich schon so derart krass an, weil ich in Erinnerung hatte,
das die Berge hier nicht einfach glatt von den Konturen hinuntergehen.
Also ohne Schnee würde man schon diverse Steinbrocken und Abhänge sehen.
Deswegen ohne erkennbarer Sicht des Untergrunds dort blind die Abhänge hinunter gleiten,
wouw,
das heißt schon was.

Dazu für mich die Frage, während ich den Weg auf den hiesigen Skispuren weitergehe, wie kommen die Jungs dort hinauf, das sind gewiss einige hundert Meter Höhe nochmals an Anstieg.
Alles was sich meinen derzeitigen Wegen nach oben noch dazu tut, ist noch wesentlich mehr mit Schneehöhen bedeckt.

Na ja, Fotos gemacht, ich muss langsam voran, ich weiß nicht, was noch auf dem Rückweg kommt, ich weiß nicht, wie weit Anne schon entgegen gekommen ist,
hm, komisch ist es schon, da ich talwärts einen Weg optisch wahrnehmen konnte, aber auf dieser eventuellen Strecke keinen Menschen sehen kann. Irgendwo dort entlang ist lediglich von hier oben Wasser erkennbar, der Tobel des Traufbachs.

Von nun an geht es fast geradeaus den Weg hinunter, steil, rutschend in den engen Spurrillen,
der Baumbestand wird auch immer voller.
Auf der anderen Seite kann ich die immer dunkel werdenden Flächen der abgegangen Lawine sehen.
Bäume, Steine, alles was geht, hat sie mit nach unten gerissen, und so teilweise dunkelbraune Erdflächen hinterlassen.

Als ich Tal einwärts nun langsam hinunter komme sehe ich mit Distanz 3 Skifahrer auf mich zukommen. Ich lese noch in Ruhe die vereisten Hinweisschilder zwecks der jahreszeitlichen Öffnungszeiten der „Traufbachalpe“ und diverse Hinweise zum Tobel, der ins Tal führt. Kein Gedanke, der mich nun erst einmal tiefer interessiert, da die Jungs mir näher kommen. Ein kurzes Hallo.

Wo kommt Ihr her, doch nicht wohl …...?

Kurz und deutlich, die Antwort, trotz hecheln und Luft schnappen, die Jungs waren dort oben die Skiwunder, die nun real vor mir standen.
„Wo geht nun Euer Weg weiter?“
….„mei, mir werdens den Berg hinaauf, um dann nach Haus zu kimma“,

aha,
„den Weg, den ich hinunter lief, ist der nicht zu anstrengend und steil, statt hier nun easy, den Talweg am Tobel weiter zu gehen?“

Der optisch am ältesten aussehende antwortete immer noch schnaufend,
„ na, des is a weg, den Menschen nun kaum nauffi gea,....mir stressen uns lieber noch a `mal den steilen Weg, den Du nunter kimmert bist.“

Ein kurzer netter Abschied und jeder ging wieder seinen Weg, den er sich vorstellte.
Die Jungs augenscheinlich als Heimische, und ich,
na ja mit den Gedanken, da kann ja laut Karte nichts schief gehen.

Tja, diese Karte,
wenn ich nun zum Anfang meiner Erlebnisse in den Bergen eins gelernt habe, dann dies, das man Karten nicht nur wegen der Wege topographisch lesen sollte, ja, auch geschriebene Hinweise ernst nehmen sollte.
Ich weiß nun nicht mehr, ob ich es zu jenem Zeitpunkt merkte, oder später und geschockt daheim,
aber ich richtete mich bisher nur nach Strichen auf der Karte,
aber nicht nach Hinweisen, wie zum Beispiel dem, das es unterteilt der Farben „Sommerwanderwege“ und „Winterwanderwege“ gibt.

Noch einmal ein Blick in Richtung der Jungs, schon waren sie kaum mehr zu sehen.
Nicht zu glauben, wenn ich so hinauf schau, dann habe ich den Eindruck, das der Anstieg steiler war, als der Beginn dieser Tour, wo ich schon oben am höchsten Punkt des Wegs Kreislauf,- wie kräftemäßig zusammengeklappt wäre.
Aber, noch wäre die Chance und Gelegenheit umzukehren, denn dies, was nun kam, war ganz gewiss kein „Winter Wander Weg“

Letztendlich wären die vorbeikommenden Skifahrer meine letzte Rettung gewesen, da wie heute erlebt, kein Mensch zum Nachmittag hier wandert. Und so schnell, wie es hier dunkel wird, die Orientierung finden, dazu die Kälte. Dies stand mir von da ab bevor.
Es sind durchweg in dieser Gegend immer die gleichen Temperaturwerte. Bei diesem Wetter sind es durchgehend ca. -15° - -20° hier in dem nicht gerade lange von Sonne beschienen Bereich des Tals.
Allerdings in der Sonne, oder wenn man in Bewegung ist, ist es sehr gut zu ertragen. Es ist eine reine trockene Kälte. Doch so nassgeschwitzt im ruhigen Zustand allerdings auch verhängnisvoll.
Daheim, etwas später bei Wanderungen in unseren Regionen haben wir schon festgestellt, das aufgrund der hohen Luftfeuchte es sich bei -5° schon sehr kalt anfühlen lässt und die Fußspitzen recht schnell taube Gefühle hervorrufen.

Ein paar Fotos noch an der Brücke und dem Wehr, dann geht es dem Tal entgegen.
Das ich auf der Strecke nun solang allein blieb ist schon kurios. Denn laut Zeichnung, und dem was ich von oben herab in dem Tal erkennen konnte, war der Weg bis hier hin gewiss nicht so lang, als die Strecke, die ich nun bisher hinter mir brachte. Telefonieren lohnt sich eh nicht, da ich schon nach mehrmaligen Versuchen feststellte, das kein Empfang ist.

Linke Seite andeutungsweise der Weg im Schnee, rechte Seite der Bach/Tobel,
na ja bei den weißen Massen drumherum kaum zu erkennen was es nun wirklich ist.
Eben ein eisiges Nass, das seinen Weg sucht, und hier und da an großen steinigen Felsen oder Abhängen teils gefror und romantische Bilder hinterließ.
Ist schon beeindruckend, wie viel Bilder man festhalten kann,
wann hat man eh nochmal die Chance?
Doch die Zeit verstrich nun schnell.

Also, wenn Anne diesen Weg mir nun nicht entgegenkommt, muss ich das bei guter Witterung nochmal anregen, um ihr diesen zauberhafte Welt zu zeigen. Immer noch bin ich berauscht von der Optik.


Mein lieber Scholli, das wurde hier aber ein komischer Trampelpfad, rechts und links geht es mittlerweile hoch,
ich derzeit auf dem enger werdenden Pfad, neben mir das langsam, aber tosend fließende Wasser, ….was von der Kälte teils am Rand gefroren war.

Nun macht sich ein Tunnel in zu gehender Richtung gefühlsmäßig auf.
Tunneloptik ins dunkle „weiß noch nicht“ …..........…, das im puren Weiß.
Langsam „Tief im Tunnel“

Mein Gefühl wird seit dem Moment, da wo ich die Jungs angetroffen hatte, sie mich allein weiter gehen ließen, von Schritt zu Schritt mulmiger.
Festen Stand habe ich, allerdings rechts und links von mir weicher Tiefschnee, ich muss nur weiter gehen, also was mach ich mir ins Hemd.

Wuuscchh. puuhh,
rechts neben mir der Bach, aber hier geht bei nicht vorsichtigem gehen direkt senkrecht hinunter.
Wo mittlerweile auch der Weg Stück für Stück immer etwas höher steigt.
Ok, demnach ist hier kein weiter und breiter Pfad mehr, sondern der Schnee liegt auf im Sommer wachsenden Pflanzen, die nun beim betreten keinen Halt nach unten hin geben.
...heißt also, ich muss mit Glück diesen schmalen Pfad vorsichtig eng weitergehen, um nicht abzurutschen,

... bitte keinen Fehltritt,
... ähm, das Wasser mag sehr kalt sein, und immer mit dem Gefühl unsanft aufzukommen und vielleicht eine Verletzung mitzubekommen, die mich nicht weiterbringt.

Rechts, ...links die optische Wahrnehmung wird enger, die Seitenhänge mit Bäumen voller, viel erkennen kann ich bald nicht mehr,

...Mist, die Handyuhr zeigt schon nach 16.00h an.
Deswegen erscheint mir alles hier schon dunkler, der Himmel über mir ist nicht mehr so breit wegen des dichten Waldes, - kein profitieren von hellen Tageslicht mehr,
….die Dämmerung ist angebrochen!
Nun darf kein Fehler, kein Unfug passieren, so das nichts auf dem von mir angedachten Rundweg passiert.


" Aannnnneee", mein lauter Schrei geht wohl gefühlsmäßig in massigen Schnee unter,
warum soll sie dich hören, warum soll sie dir antworten?
Man, dir muss doch klar sein, das sie solch einen Weg bestimmt nicht aus purer Abenteuerlust hoch, beziehungsweise entgegen kommt. Eigentlich wusste ich doch, das sie die weitaus vorsichtigere, aber auch ängstlichere ist.

Schmal die Spur, leichtes Gefälle, ich halte mich an die Eindrücke im Schnee, eines vor mir hier wohl gelaufenen Tourers. Daneben im Schnee die kleinen Punkte.
Ha, was hab ich über sie bisher geschmunzelt, über die Sportler, die mit Stöcken durch meine wunderbare Natur laufen.
Und jetzt, jetzt merke ich Depp, wie nützlich sie wären, wenn ich damit abtasten könnte, wo hier Hohlräume sind, um nicht runter zu rutschen in die kalte auf mich wartende Schicht aus teils Eis, teils Gebirgsbach. Diese gefräßige kalte Naturerscheinung, die ich bisher ausnutzte um mich an schönen Bildern zu ergötzen, ......

Stopp, tief Luft holen, einen süßen Riegel essen und klare Gedanken sammeln. Ich kann mich doch nun nicht selbst fertig machen, ist doch ein Klacks die paar Meter noch bis zum Hauptweg,
…. wird schon!

Nutze ich direkt, um doch noch ein paar Fotos zu machen, da ich gerade an dem Stück stehe, wo ich die von oben gesehene Lawine genau vor mir habe.
Bis hier rollte der Schnee hinunter und nahm mit der Kraft des beschleunigen einige Büsche und Steine mit, die letzten 50 Meter Weiß-Braun gefärbt.
 Jetzt, da alles so schön vor mir anzusehen ist, bin ich schon beruhigt, das sich die Lawine nicht zum jetzigen Zeitpunkt löste.
Ein Großteil liegt gegenüber aufgehäuft, da nicht alles vom Wasser des Wildbachs aufgenommen werden konnte.
Wahnsinn, zu gefährlich, wie ich nun merke, hier nun entlang zu gehen. Lawinen, wenn sie starten am Hang, sind sie so schnell, massiv und schwer,
da gibt es kein entkommen.

So, tief Luft holen, einatmen, Faust ballen, und die hoffentlich letzten Schritte weitergehen.
Tja, weitergehen, wie?, ....ätzend,
hier geht es gar nicht gerade weiter, nun nehmen mich auf einmal Kurven in Empfang,
die .......

es tut mir leid, alles ist Weiß, Schneeweiß, aber so, das ich nun langsam nicht mehr erkennen kann, ob es eben weiter geht,
geht es schräg hinab? ... ich hatte inzwischen innere Gespräche zum Mut machen,
und inneren Kräfteverschleiß, dazu das Gefühl, das ich mir hier unnötig was angetan hatte, wo ich wirklich nicht wusste, wie es enden würde.
Ich gehe mittlerweile auf einer Fläche, die so schräg wird, das ich eine mega Angst habe, eventuell rechts hinunter zu rutschen, oder per Zufall in einen Hohlraum vom Schnee trete.

Eigentlich, wenn man sich das ganze zu wärmeren Jahreszeit betrachten würde, könnte man meinen,
'He, was kann hier auf diesen gemütlichen Pfad passieren',
aber nun musste ich die Erfahrung machen, das tatsächlich solch ein schmaler Pfad im Winter, mit schräg abgehenden Hängen zu einem gefährlichen Akt werden kann.

Nach positiven Denken, bestimmt gleich die schwere Aufgabe zu schaffen, irrte ich weiter und war schlichtweg enttäuscht, als ich nach der nächsten Kurve nochmal ein langes Stück mit puren Weiß sah, und das Ende der Strecke nicht sehen konnte. Mal stand ich knietief im Schnee, und zum anderen Mal stand ich an einem Bereich, der rechts von mir gewiss 10 Meter hinab ging.

Für einen Moment war ich kraftlos und sank auf die Knie, zum ersten Mal im Leben hatte ich die pure Angst.
Angst zu haben, wegen dummen Versagen zwecks schlechter Planung.
Vor dem Moment, das es ums eigene Leben oder eben schlicht der Gesundheit geht,
solch eine Angst hatte ich noch nie.
Für einen Moment liefen mir Tränen an den kalten Wangen herab, und ich durchdachte die eventuell kommenden Situationen, da zu Hause Mutter und Kinder warteten.

So ernst besorgt um mich persönlich, so habe ich mich noch nie im Leben gefühlt.


Ich dachte zurück an die Zeit um Ostern in diesem Jahr. Durch Anne als Jugendleiterin bekam ich die Möglichkeit, eine Jugendgruppe als Mitarbeiter nach Taize zu begleiten.
Angeberisch vertrat ich zu Haus vorher immer noch die Meinung, nicht an die Sache zu glauben,
„ ...ich glaube nur an mir selbst“, sagte ich damals noch sehr oft.

Vor Ort im Burgund wurde ich um eines Besseren belehrt, vielleicht habe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal die Gelegenheit darauf thematisch und erzählend einzugehen. Denn was dort in 'Taize', mit mir geschah, das bedarf an einer eigenen Geschichte.
Der ökumenische Orden, der dort auf einem kleinen Berg beheimatet ist, der strahlt mit starken Glauben von den bekennenden und verkündenden Ordensbrüdern eine solch Kraft aus, das ich seitdem zu Ostern in jedem Jahr immer wieder dort hin fahre, um dort Kraft und innere Ruhe zu tanken.


Nun, saß ich hier, etwas verzweifelt, schaute in den schön dämmernden Himmel und fing an zu beten, und bat nach Hilfe.
Tatsächlich war ich so verzweifelt. Es wurde langsam kalt, auch im inneren von mir.
Das nun doch minutenlange sitzen im Schnee, der geschwitzte Rücken, all das trug dazu bei, das ich anfing zu zittern, Selbstzweifel kamen auf.

Verdammt, da vorn, da ist doch der Wald zu sehen, aber warum, komm ich hier nicht weiter.

Ich feuere mich noch einmal an, steh auf, versuche zwei Schritte zu gehen, aber eben sehr schwierig.
Hoher Schnee, der Weg hat nun Gefälle, aber bis zur nächsten Kurve, die nach erst 15 Meter kommt, habe ich gerade 50 bis 70 Zentimeter Platz, mehr gibt der Weg vor dem Abgrund nicht her.

Ich knie mich wieder auf dem Boden, sage mir, das ich so mehr Gefühl habe, um den Boden so abtastend zu spüren, um langsam voran zukommen.

So reiß ich mich nochmal einmal zusammen. Schließlich möchte ich nicht peinlich vor Anne stehen oder liegen, damit sie bestätigt wird, das ich halsbrecherische Wege beschreite und sie nie mehr Vertrauen diesbezüglich zu mir hat.

Ich trampel weiter voran, in Gedanken grübelnd, wie lang ich nun diesen Weg, vielleicht nur ein paar wenige hundert Meter lang, schon unterwegs bin. Über mir der Hang mit dem Wald, wo ich vorhin noch oben entlang ging, und im weitesten nicht an solch eine Szenerie wie nun dachte. Schon einleuchtend, das mir hier niemand wie geplant entgegen kommen konnte.

Hier steh ich nun vor der Situation, begreifen zu müssen, im Winter bei Schnee keinen Nebenweg zu gehen, zumal nicht ohne passende Winterausrüstung, wie Schneeschuhe, Stöckerl, und Notfallhilfen im Rucksack.

So komm ich fast entnervt und zitternd zum Teil des Weges, wo ich wieder ein großes Teilstück geradeaus vor mir hab, der Weg breitet sich, und der Bach nun wesentlich leiser. Weiter unten sehe ich einen Steg,
ich krieg mich nicht mehr ein, und muss noch einmal schluchzen und Tränen vor Freude laufen lassen.

Die paar Meter sind nun realistisch zu schaffen, ohne Gefahr, und die Brücke scheint auch die zu sein, die man von unten nach der Abzweigung nahe des Gasthofs sehen konnte.

Tief durch atmen, und freuen.
Und trotzdem musste ich mich ernst hinterfragen, was ich da gemacht habe.
Natürlich, lachen können wir heute Abend wieder, aber die Angst, die ich hatte, die sie gewiss auch hatte, das muss nicht noch einmal vorkommen.

Denn bei einem nicht weiterkommen, hätte es auch eventuell dazu geführt,
das hier keiner entgegenkommen konnte zwecks Hilfe, und das von oben gar keine Hubschrauberhilfe geleistet werden konnte, eben wegen der dichten Bäumen,
dazu die mittlerweile angehende Dunkelheit.


Ohne nennenswerten Unfall atme ich tief durch, ...und, da kommt sie mir schon entgegen, ...entgegen mit den Worten, das der Hüttenwirt mir Wahnsinn bescheinigt und fast die Bergwacht gerufen hätte.
Auf meine Nachfrage wieso, um es mehr zu beschönigen, erzählte sie mir von der Meinung des Gastwirts, der weiß, das man dort ohne wirkliche Winterausrüstung nicht gerade glimpflich davon kommt, wenn man bei Dämmerung nicht mehr weiterkommt, beziehungsweise in den Tobel mit den eiskalten Wassermassen hinein fällt.
Was muss sie in der gesamten Zeit mitgemacht haben? Mehrere Male ist sie wohl in den Gasthof gegangen, um Kontakt in dieser ängstlichen Phase zu haben.

Je weiter, wir später gen Heim kommen, wird mir immer bewusster, welch Risiken ich bewusst und vor lauter Dummheit eingegangen bin, ….um ein Stück winterliche Natur für mich allein genießen zu können.
Fast wäre ich allein dort geblieben.


Nun, ca 8-9 Jahre später, bin ich diesen Weg im Sommer, wie etwas später im Winter noch einmal gegangen, allerdings von unten und wieder allein, um zu sehen und zu spüren, was ich damals erlebte.
Natürlich, auch aufgrund des damals erlebten, mittlerweile anders und sicherer ausgerüstet.
Natürlich haben mich weitere Touren in den Jahren erfahrener werden lassen,
aber, wäre es anders ausgegangen, ………..

Ich musste noch einmal in mir das Gefühl haben, wie ich damals spürte, und wie ich es an Ort und Stelle erlebte.
Ich musste dieses als Deja Vu noch einmal begehen und nachempfinden, um diesen Klos, den ich in den ganzen Jahren mit mir trug, los zu lassen. Bei der ersten Nachbegehung hatte ich tatsächlich noch einmal Tränen in den Augen, aber danach schon auf dem Heimweg, war ich sehr befreit, ja irgendwie gereinigt von dem damaligen Erlebnis.

Seit dem, ja, seitdem bin ich auch weitere für mich schwierige Pfade gegangen, allein,
hab noch einige Male Momente von Vorsicht und Respekt an anderen Stellen erleben müssen.
Allerdings anders ausgerüstet, und mit den besten Voraussetzungen, die ein Tourer haben sollte,

nämlich entweder zurück zu gehen, oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.






Hier nun der Hinweis, das weitere Bilder zu dem Artikel auf www.facebook.com/bergischland.ontour
veröffentlicht werden, 
und ein Rückblick der Tour auf folgendem Youtube-Film
https://www.youtube.com/watch?v=LMLwfhP3HSU
zu sehen ist, dabei ist die Strecke entgegen gelaufen worden.

Tatsächlich ist auf dem Film, den Fotos ein täuschender Eindruck, nie können diese Bilder wirklich darstellen, wie knapp, wie rutschig, wie schmal der Weg, wenn er denn einer im Schnee ist. Da, wo im Sommer ein wenig Gefälle zum Tobel hinunter geht, ist nie im Winter realistisch einschätzbar, wo man tatsächlich fest auftreten kann. 
Wäre zu diesem Zeitpunkt keine Spur von einzelnen Füßen zu sehen gewesen, ...ich wäre nicht gegangen. 
Denn, auch ganz wichtig! Geht man den Weg selbstbewusst an, kann es trotzdem auf weiterer Strecke unsicher werden, wobei auch dann zurück gehen das sicherste sein kann!

Nun, um ein leichtes war es 2015 sicherer und schneller, als bei der ersten Begehung. Mittlerweile gibt es wesentlich mehr Erfahrung, dazu ist ohne einen Tourenski, oder ohne Schneeschuhe samt Stöcke, wie ich sie häufig in der Vergangenheit trug, vehement davon abzuraten. 
Bitte nicht ohne Zusatzmittel solch eine Strecke begehen, die voller Überraschungen sein kann. Selbst ein gutes Schuhwerk vermeidet nicht die Situation, das man im lange liegenden Pulverschnee bis zum Becken einsinken kann. 
Wenn man dazu, wie in meinem Fall, teilweise entkräftet ist, selbst zu Panik neigt, kann es lebensgefährlich werden. Denn ein herauskommen aus Becken tiefen Schnee ist tatsächlich sehr beschwerlich, abgesehen von den Kältefolgen.

Sonntag, 17. Januar 2016

Schneeschuhtouren Schwende - Breitachklamm

Schneeschuhtouren Schwende - Breitachklamm

Mitte Januar, der Frost und der Schnee sind gekommen, Julias Geburtstag,
….. so kann ich zurück blicken auf meine Allgäuzeit die vor genau einem Jahr einige Wendungen bekam, aber auch für die kommenden zweieinhalb verbleibenden Monate im Kleinwalsertal reichhaltige Touren bescherte.
Denn der dortige Winter ist schon eine andere Hausnummer, als in unseren Flachlandprovinzen, jenseits der Alpen. Der in Mengen gefallene Schnee bleibt aufgrund der Höhen samt seinen frostigen Temperaturen über Nacht, auch lange liegen. Dazu bleiben die Tage auch immer länger hell, und die Touren bekommen in dieser tollen Winterstimmung ihren eigenen Flair.
Folgend möchte ich gerne über die eine oder andere Tour hier berichten.

13.01.'15, Julias Geburtstag, das erste Mal, das ich aufgrund der Entfernung nicht an dem Geburtstag meiner Tochter teilnehmen konnte. In meiner Erinnerung hängen noch die schweren Momente, wo jeder für sich in einer anderen Art traurig und enttäuscht war. Auch das Momente, so schön wie das kurzweilige Leben dort für mich war, in denen Trennungen von lieben Menschen recht hart sein konnten


Teil 1………. am Vormittag bereitete ich mich vor für meine tatsächlich erste Schneeschuhtour. Bis Weihnachten gab es auch den ein oder anderen Schneefall, doch aufgrund des immer wieder kommenden Fönwetters reichten gutes Schuhwerk um selbst Touren am naheliegenden Fellhorn auf 2000 mtr zu unternehmen.
Die Schneeschuhe schenkte mir Anne zum Abschied daheim, schon im Bezug auf meinen Geburtstag.
Für mich noch fremdes Material, welches ich nicht beachtete, ...was war das,- Schneeschuhwandern?
Bei einer sonntäglichen Tour im Bärgundtal um den Widderstein hatte ich sie stolz im Gepäck um sie auszuprobieren. Aber je höher ich kam, um so mehr wuchs die Enttäuschung, da entlang des Hochalppass aufgrund von milden Temperaturen der Schnee nur oberflächlich zu sehen war.
(...mein Ärger galt dem mitgetragenen unnützen Gewicht)

Ich machte mich auf, um von Riezlern mit dem Bus in Richtung Schwende zu fahren. Dort führen präparierte Langlaufloipen über einige Kilometer auch nahe des Hörnlepass vorbei.
Meinen Weg begann ich gut gelaunt am danebenliegenden Winterwanderweg, welcher ebenfalls am Abend mit Schneeraupen befahren wird, so das fester Halt geboten wird.
An weiten mit Schnee bedeckten Wiesen vorbei ging es kurvenreich leicht bergauf in Richtung
Alpengasthof Hörnlepass.
Auf dem Weg gibt es zahlreiche Momente, in denen ich zurück blickte, da ich auf die ganze Front vom Söllereck bis zur Fellhornspitze sehen konnte. Jene Front, über die ich im vergangenen Jahr ging, als trotz darauf liegenden Schnee ich dort oben eine milde Tageswanderung hatte. Anderswo tranken sie wahrscheinlich Kaffee und mit dabei war gewiss vorweihnachtliches Gebäck, ...während ich in der prallen Sonne mit dem T-Shirt wanderte.

An der Stelle finden Biathlon-Sportler eine Übungsstrecke samt Schießscheiben. Ein Stück weiter geht mein Weg noch bis zum folgenden kleinen Wald, wo ich mich schließlich auf einer Bank nieder lasse, um nun endlich die Schneeschuhe anzuziehen.
Angeberfoto mit dem Fellhorn im Hintergrund musste natürlich noch sein, bevor ich nun zum ersten Mal in meinem Leben mit dem neuen Untersatz loszog.
Hey, war das ein geiles Feeling, die ersten Schritte waren noch etwas schwerfällig, aber ich hatte von nun an eine tolle Alternative zu den Sportarten Skifahren, oder Langlauf, da ich beides im bisherigen Leben noch nicht gemacht habe.
Aber, da ich eher das extreme suche, wie dem Rausch auf machbare Höhen zu gelangen, war das von nun an tatsächlich eine gute Alternative, welche mich in der kommenden Zeit auch recht glücklich machen sollte.

Starke Kurve, am Hörnlebach, dort auch ein Hinweisschild mit dem Hinweis, wo es zum Hörnlepass gehen würde. Ok, behalte ich mir mal, um es zu einem anderen Mal auszuprobieren.
Für mich geht es neben der Loipe auf dem Winterweg weiter, bis zum Ende dieses offiziellen Winterwegs. Dort steht auch nochmal eine Bank, welche ich nun zum essen nutze. Zu der vorher schon beschriebenen Bergfront bekomme ich von nun auch Blicke in Richtung Oberstdorfer Berge, die im satten Weiß nur so strotzen.
Ich gehe weiter, wobei es von nun kein präparierter Weg mehr ist, ich muss von nun an den nur durch Vorgänger angedeuteten Weg mit den Schneeschuhen begehen.
Von nun an ein ganz neues Gehgefühl, da ich von nun an über Tiefschnee gehe. Und so merke ich, was es ausmacht, mit dieser Unterlage an speziellen Schuh.
Mit dem Fuß würde ich sofort einsinken und kraftvoll weitergehen müssen, so trete ich auf und der Fuß bleibt auf der Schneeoberfläche. Es macht Riesenspaß, ich suche mir den Weg unterhalb der Alpe Osterberg, zu der ich ein anderes Mal gehen werde.
Ein weiter freier Hang liegt nun vor mir, die Aussicht auf die fernen Berge ist toll.
Toll auf diesem Weg ist der ein oder andere allein stehende Baum, die voller Schnee wie Wächter auf den wiesen stehen. Fortan stelle ich mir diesen Weg auch für einen Sommerbesuch toll vor, und merke dazu auch, das es bisher ohne wenn und aber auch für Anne gut begehbar ist, da es bisher keine Stellen gab, wo man wegen Abgründe Angst haben müsste.
Der Weg führt mich nun bis zum Wald über der Breitachklamm, welche ich allerdings an diesem Tag wegen Schließung aufgrund Tauwetters nicht besuchen konnte.

Bilder dazu:
www.facebook.com/media/set/?set=a.1594056367483671.1073741849.1456036967952279&type=3

So gehe ich durch den Wald, um über die Klammbrücke auf die andere Seite zu kommen. Tief gehen dort die Blicke hinab auf die Breitach, die sich weit unten durch felsige Wände Ihren Weg gesucht hat.
Der weitere Weg führt zur Bundesstrasse und zur Walserschanze, von wo ich mit dem Bus in Richtung Riezlern zurück fahren möchte.

Aber, hinter der Brücke war nicht deutlich erkennbar der Aufgang gesperrt, da es von nun an etwas steil bergauf an einem Steilpfad hoch geht. Hm, für mich stellt sich hier kein Problem, allerdings hat man vielleicht Bedenken, das beim Weg hinab jemand rutschen könnte, um dann trotz Absperrung tief in die Klamm fallen könnte. Bitte, das ist von mir eine Vermutung zwecks Grund für die Sperrung.

Nun, das war der erste Turn dieser Strecke, den ich kurze Zeit später noch einmal gehen wollte, um zum Schluss durch die Breitachklamm gehen zu wollen.

Die Breitach, ein aus Gebirgsbächen im Kleinwalsertal gebildeter kleiner Fluss, fließt in diesem Bereich durch schmale und enge Schluchten, welche man auf einer Strecke von ca 3 Kilometer begehen kann. Mal weit über dem Verlauf, oder aber auch recht nahe ist der geschützte Weg zu begehen. Der ein oder andere Wasserfall strömt an diversen Stellen herab, wobei diese je nach Belichtung und Stand der Sonne recht fotogen sein können.


Teil 2 …… kurze Zeit später begehe ich die voran beschriebene Strecke noch einmal, mit dem Ziel, zum Abschluss durch die Klamm zu gehen.
Warum auch immer, ich schaffe es nicht bis 17.00h am Eingang zu sein, da dann leider geschlossen ist.
Drum gehe ich den Hauptweg weiter. Aufgrund von Müdigkeit zieht sich das Reststück so sehr in den kurvenreichen Restabschnitt auf Asphalt, das ich keinen Bock auf irgendwas mehr habe.
An der vorletzten Bushaltestelle angekommen, muss ich erkennen, das ich in der aufkommenden Kälte lange auf einen Bus Richtung Obestdorf warten müsste. Dazu bin ich nass geschwitzt, und entscheide mich dazu Richtung Gasthof an der Breitachklamm zu gehen. Denn an dem Tag fand wie jeden Freitag eine abendliche Öffnung statt, bei der man mit Fackeln die Klamm begehen kann.

Im nach hinein war das eine zufällig Konstellation, wo in mir trotz Erschöpfung und nasser Wäsche wieder Freude aufkam, ...die Klamm bei Fackellicht.
Ich ging bis zur Öffnung gegen 18.00h in den Gasthof, um etwas warmes zu essen, und meine Kleidung zu wechseln.

Als ich hinaus ging, war ich total baff. Eine lange Schlange stand schon vor dem Eingang und wartete auf den Einlass. Menschen die um mich herum standen sprachen nicht nur Deutsch, es waren Niederländer, Franzosen, ja ich hörte Spanisch, Englisch, es war halt der Wahnsinn, welche Beachtung dieses Spektakel anzog.

Es war soweit, mein Fotoapparat war mit frischen Batterien bestückt, und zum ersten Mal durfte ich in meiner langen Allgäuzeit eine Fackelwanderung in der Klamm erleben.

Es wurde diszipliniert hinter einander gegangen, bis auf die Momente, wo an Stellen wie den herab tosenden Wasserfällen jeder stehen blieb, zum staunen, zum fotografieren.
Vereinzelt sind Fackeln am Rand hinter der Absperrung oder auf einzelne Felsen im Wasser geworfen worden, um den Anblick zu erhellen.
Bis auf Momente, wo große Menschenansammlungen mit vielen Fackeln waren, konnte ich leider nicht fotografieren. Aber, die Momente, die ich bildlich festhalten konnte waren schon sehr bemerkenswert, die ich so jedem empfehlen kann.

Nicht toll war der Punkt, an dem man Kehrt machen musste, da der zweite Ein/Ausgang aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Hier knubbelte es sich auf ca 20 Meter.
Aber die tollen Anblicke der festgefrorenen verschiedenen Eisformationen, ...ich kann es nicht beschreiben. Einfach toll.

Diese Aktion, auch wenn ich nun den ganzen Tag unterwegs war, bereute ich kein einziges Mal.
Mit voller Zufriedenheit gelangte ich zum Ausgang, und sehr schnell stand für mich in der Wartezeit auf den Bus fest, - toll, wieder etwas geschafft, gesehen, ein Highlight und Höhepunkt, welcher aus dieser alleinigen Allgäuzeit nicht mehr weg radiert werden konnte.

Eine minimale Angst hatte ich noch. Denn bekanntlich fährt gegen 21.00h der letzte Bus in das Walsertal. Wer diesen Bus verpasst, hat nur noch zwei Chancen in seine Unterkunft in dem 13 Kilometer langen Tal zu kommen. Per Taxi, oder zu Fuß von Oberstdorf aus.
Daher bangte ich, ob der kommende Bus Richtung Oberstdorf pünktlich kommt,
aber, alle Panik umsonst, denn der Bus fuhr über Oberstdorf direkt durch bis ins Walsertal.
Breitachklamm zum zweiten, es war eine weitere tolle Tour mit außergewöhnlichen Programm.

Bilder dazu:

Teil 3 + 4 …....nochmals zog es mich samt Schneeschuhen auf diese Strecke, zum einen nochmal allein, und kurze Zeit später, bezüglich des Besuchs meines Sohns, dem ich natürlich Highlights der Gegend nicht vorenthalten wollte.
Kurz, aber wichtig möchte ich hier nun deswegen noch einmal auf diese außergewöhnliche Tour hinweisen, da ich natürlich aufgrund des langen Aufenthalts gegenüber jedem Urlauber die Möglichkeit hatte, zu verschiedenen Zeitpunkten dort hin zu kommen.
Denn aufgrund des ständigen Winterwetters ändert jede Eisfigur in der Klamm ob bei Frost, bei Schneefall oder Schmelzzeit sein Gesicht.

Breitachklamm/Allgäu



Strreckenhinweise zu finden auf:
http://www.outdooractive.com/de/wanderung/kleinwalsertal/wanderung-von-schwende-zur-breitachklamm/105584709/

Mittwoch, 24. Juni 2015

Bergischland/onTour Nordbahntrasse



noch ein wenig dran basteln und schneiden,

dann gibts ein tolles Fahrtvideo von der Nordbahntrasse

.... festhalten- und loooos

Mittwoch, 10. Juni 2015

Tour de Eder/Rothaarsteig (Sauerland, Deine Berge)

.... GENAU das ist das Feeling, wenn es 'raus geht!
Einfach mit sich selbst in der Figur facebook.com/Bergischland/ on Tour -Wandern da draussen zu sein.
Mit sich, der Natur und der körperlichen Herausforderung (gehen, gehen, gehen,
- bis ans Limit), Zeltplatzsuche tief im Wald, oder wie geschehen auf einer Burgruine.
Entschleunigen pur ......

Samstag, 9. Mai 2015

Bergischland/onTour: Mai 2015, der Versuch, einen neuen Start zu finden...

Servus + Hallo

Als kostenlose Veranstaltung angeboten, würde ich mich freuen, wenn ich mit den gelaufenen Kilometern etwas gutes tun kann.
Versucht habe ich es vor einigen Wochen schon einmal bei einer anderen Veranstaltung mit 'ner Art Klingelbeutel, welches aber dürftig ausfiel, wegen der wenigen Teilnehmern.

Mit jeden gelaufenen Kilometer pro Etappe, und die fallen ja anders aus, als die angegeben Wupperwegstrecken ( da es auch schon mal eine Rundwegetappe geben wird, wie hier die erste),
möchte ich pro Kilometer 1,50-€ spenden und hinterlegen.
Vielleicht, und es wäre nett, wenn Ihr Ideen einbringen könnt, wie oder von wem auf der Tour noch etwas dazu kommen könnte. Zwecks Werbung, Aufrufe, Spenden von Gastronomien auf der Strecke, oder sonstigen.
Dankbar wäre ich Eurerseits für jede Teilung dieser Tour, der Seite, des Aufrufs.
 

Zwar unternahm ich schon einmal einen Versuch, bei einer Gemeindeveranstaltung Geld zu sammeln, doch der Erfolg war recht mies. 2-3 Tage vor der jetzt andauernden Tour entlang der Wupper gab es nochmals ein starkes Nachbeben in Nepal. Diese Situation nutzte ich, und legte fest, das ich mit dieser wahrscheinlich über Monate dauernde Tour Geld sammeln will. Einerseits durch eigene Leistung, zum anderen, in dem ich an diversen Stellen entlang der Strecke Unternehmen, Gaststätten usw darum bat Geld zu sammeln. 
Lasst uns sammeln während der Tour und dementsprechend die Summe einer vertrauenswürdigen Organisation übergeben. Hierbei wäre ich ebenfalss dankbar für eine Idee oder Hilfe Eurerseits.

Geld fließt jeden Tag durch unser Portemone in jegliche Kassen hinein, dazu können wir täglich wie bei der kommenden Tour immer freizeitlich einen Schritt in die Natur tun. Wir sind frei, und dazu geht es uns verhältnismäßig gut.
Darum laßt uns helfen, ......ICH bin dabei!  WIR sind dabei!)    

https://www.facebook.com/notes/bergischland-on-tour-wandern/tourde-wupper-zu-gunsten-der-erdbebenopfer-in-nepal/1633337713555536
_______________________________________
Neuauflage mit dem Versuch, die paar Kilometer (116 km), dem Verlauf der Wupper in einigen Etappen zu folgen und zu begehen.
Natur, Historisches entlang der Strecke,
wie auch Stadtbereiche, aber auch Denkmäler wie die Müngstener Brücke, Schloss Burg, das sind nur einige Highlights auf der Strecke.
Laßt Euch überraschen, was die Wupper wirklich bieten kann und seid dabei.
Kostenfrei (was meine Dienste betrifft), und auf eigene Verantwortung in Form der Begehung und Risikenabwägung lernt Ihr auf einigen Etappen ein Stück Natur kennen, welches von Anfang beeindruckende Streckenverläufe bietet.
Infos der diversen Streckentermine, versuche ich, früh mitzuteilen. Je nach Strecke können Fahrgemeinschaften gebildet werden, wobei bis Leverkusen viele Busverbindungen zwecks Rückfahrt zur Verfügung stehen, oder die Tagesstrecken mit einigen Schmankerln als Rundweg begangen werden. Als Beispiel dient da die erste Teilstrecke mit und um der Brucher Talsperre, oder später die Runde um die Wuppersperre.

Freut Euch auf schöne Strecken im Bergischen Land mit vielen natürlichen Highlights wie den urigen + anfänglichen Verläufen der Wupper,
den folgenden bergischen Höhen um Radevormwald in Richtung Wuppertal.
Danach folgt der Stadtbereich Wuppertals mit vielen Industriedenkmälern der ursprünglichen Färberstadt, folgend von mystischen Wäldern an der Müngstener Brücke in Richtung Schloss Burg, worauf es dann in landschaftlich flachen und schönen Bereichen in Richtung Rhein geht.

Wer mag, melde sich bitte unter der hier angegebenen Veranstaltung an, was dem Organisator vieles leichter macht zwecks Planung.

Nach der ersten Tour am kommenden Donnerstag (Vatertag?-, was ist das) werden zusätzliche Terminvorschläge bekannt gegeben, wobei auch Abendtouren zwecks eventueller Vollmondnacht, oder passend dem Streckenverlauf Kanufahrten für die Strecke angeboten werden könnten.
Für den einen oder anderen biete ich für eine Leihgebühr auch sogenannte Anglerhosen an, um einmal das Feeling haben zu können, mitten im Fluss zu stehen und zu staunen. Wer Mut hat, kann dann auch mitten aus dem Flussverlauf Fotos machen, was ganz anders ist, statt gewohnheitsmäßig am jeweiligen Ufer.
(Schaut dafür bitte die Bilder in meinem Album an:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1551699568386018.1073741837.1456036967952279&type=3 )

Aber, -dies im vorhinein, -ohne Garantie der Ausführung, oder Datierung, falls schlechtes Wetter oder Niedrigwasser herrscht.
Kosten + Verantwortung zwecks eventueller Verletzungen sind von jedem Teilnehmer eigens zu tragen und zu verantworten.
Leistung oder Dienste werden lediglich in Sachen Termingestaltung, Streckenführung, sowie gute Laune und Infos gegeben.


Montag, 9. März 2015

3-Gipfeltour (Sonnenkopf-Heidelbeerkopf-Schnippenkopf)


Kapitulation und Einsicht vor der letzten Gipfelbesteigung der 3-Gipfeltour am gestrigen Tag.
(Sonnenkopf-Heidelbeerkopf-Schnippenkopf)
                    
Sonnenkopf 1.712mtr, Gipfelkreuz

Auf dem Weg mit den Schneeschuhen vom Heidelbeerkopf zum Schnippenkopf war noch einmal Kraftanstrennung angesagt. Je näher ich dem Anstiegspunkt kam, um so mehr war anzusehen, das an den linken Seitenwänden, die steil bergab gingen, viele Risse in den Schneebereichen waren.
Trotzdem, ich rechnete mit einer guten halben Stunde bis zum Kreuz von der darunter liegenden Baumgrenze. Ohne Schnee gewiss in schnellerer Zeit. Es ging fortan steil bergauf, gegenüber den anderen Anstiegen nicht in Kurven, sonder in einer fast geraden Linie bergauf. Die Spur die ich benutzte muss wohl schon vor längerer Zeit begangen worden sein, des es sah schon nach darüber liegenden Neuschnee aus.
5 Stunden an toller Tour mit harten Anstiegen steckten schon in den Muskeln, doch der letzte Anstieg roch nach baldigen Ende, mit danach folgenden geraden und einfachen Abstieg zur Gaisalpe.
Schnippenkopf 1.833,- mtr
5-7 Anläufe nahm ich an der gekennzeichneten roten Linie, um steil, fast gerade aufzusteigen. Doch selbst mit den Schneeschuhen kam ich kaum weiter und rutschte immer wieder 2 Schritte zurück. Der Schnee so hoch, das ich mit den Stocker'l kaum Halt fand, da ich unten keinen Bodenhalt fand.
Die Aufstiegstlinie ging auf der linken Seite knapp am Abgrund entlang. Während ich dauernd versuchte weiter zukommen, blickte ich links auf dem gipfelnahen Abgrund, wo schon etliche Risse eventuelle bald folgender Schneebretter vorhanden waren. Neben der Erschöpfung bekam ich, … nein, keine Angst, Angst hat hier keinen Platz, - aber verdammt Respekt. Ich malte mir aus, das bei noch etlichen Versuchen irgend wann der Schnee links unterhalb von mir nachläßt und es folglich einige Hundert Meter in die Tiefe gehen würde.
Dementsprechend verzichtete ich auf den restlichen Anstieg, der gepunktet dargestellt ist, zu Sommerzeiten vielleicht in 5-10 Minuten erreichbar wäre.
Neben den Blicken zum sehr nahen Abgrunds nahm ich erst einmal den Kampf auf, nun vorwärts gedreht, der Linie entlang wenigsten zu den wenigen Bäumen hinunter zu kommen. Das war schwierig genug, da ich kaum Halt fand und im Tiefschnee dauernd wegrutschte.
An den Bäumen angekommen, ich sah zahlreiche Skispuren, versuchte ich in fast gleicher Höhe zu queren, um auf der anderen Seite den Gipfel umgehen zu können. Dann wäre es auf dem folgenden Grat einfacher weiter gegangen.
Zwei Drittel schaffte ich, wie in Rosa markiert. Auch hier wieder zu erkennen, wie weit ich kam, und gepunktet, was mir an Strecke fehlte.
Zirca 10 Minuten bemühte ich mich an dieser steil verlaufenden Wand mit querstehenden Schneeschuhen hinüber zu kommen. Einige Hundert Meter steil unter mir die tatsächlich beginnede Waldgrenze, welche Abfahrt für Skitourer gewiss Freude bringt, und über mir einige ungewisse Tiefschneebereiche, die wegen der vorher dort abfahrenden Skifahrer auch nicht vertrauenswürdig nach Festigkeit aussahen.
Nun, am markirten Punkt gab ich auch hier auf. Nur noch einige Meter bis zur fest begehbaren Stelle versank ich immer wieder bis zur Leiste im Schnee, hatte kaum Halt. Ein Kampf immer wieder, um aus den Schnee zukommen, um darauf stehen zu können.
Menschliche Gefühle halfen in sekundenschnelle zur Umkehr.
Gedanken, das daheim Mutter, Kinder und eine liebe Frau sind, formulierten meine Gedanken so, das die Tour zwar nicht zu Ende geführt wird, aber das es halt ein super sportlicher Tag war.
Inneres Hadern entwichen dann zu Gunsten der Vernunft.

Aber, ich war noch nicht wieder am Ausgangspunkt diese letzten Abschnitts. Eigentlich ist es easy, in den vorherigen Spuren einzutreten, aber hier kam ich an an einem Punkt, wo man verzweifeln konnte. 'Konnte', denn Geduld und Vertrauen in sich selbst waren angesagt. Denn diese ca 30 Schritte bis zur sicheren Ursprungsspur waren die reinste Tortour. Dauernd rutschte ich etwas ab. Kein Halt mit den Stöcker'l, sie versanken im Tiefschnee, gewiss hätte ich mit längeren Armen tiefer hinein kommen können. Auf dem Bild ein markiertes größeres Feld, …. dort rutschte ich 2 x ohne Halt ca. 10 Meter hinunter.
Immer den Blick nach unten, welcher Baum mich hoffentlich dort unten aufhalten wird, vor den steileren Felshängen, die darunter liegen. Zum Glück half mir mein immer kurzes entschlossenes tiefes Armrudern im Schnee zum stoppen.
Vorsichtig kam ich endlich zur gefestigten mehrfach begangenen Schneespur. Dementsprechend war mir klar, das sie wirklich nur bis hier hin ging, weiter auch nicht.

Ich veröffentliche dies gerne, nicht nur zwecks hoffen von Anerkennung, nein, auch deswegen, das hier nicht alles eitel Sonnenschein ist. Bei den Sommertouren verlangt es gewiss Mut, gewisse Kletterpassagen anzugehen, aber sie sind aufgrund von Routine eher kalkulierbar.
Schneetouren können dagegen auch bei noch soviel Schönheit schnell zum Risiko werden, da man sich schnell überschätzen kann, und die Kraft der natürlichen Gefahren aus einer gewissen Distanz nicht immer erkennt. Es gibt tatsächlich Touren, die einem als Ski/- oder Schneeschuhtourer weiter und höher ans Ziel bringen kann, da man felsige Abschnitte aufgrund von Schneeüberdeckung eher begehen kann. Aber halt, wie beschrieben böse enden können.
Wie der Zufall es will, ein zusätzliches Handycap kam beim Gesamtabstieg hinzu. Ein Verschluss an einem Schneeschuh war so defekt, das ich nur  mit normalen Wanderschuhwerk hinunter kam. 
Was wäre, wenn ich wie geplant weiter gegangen wäre, ich mag es mir nicht ausmalen.
 
Ich bin der Meinung, das man erst dann reif für solche Touren ist, wenn man sich selbst an gewissen Stellen Unfähigkeit eingesteht, wenn man sich auch traut, lieber den Rückschritt und Beendigung des Projekts zu wagen. Denn, wie beschrieben, hinzu kam unerwarteter Materialverschleiß, und der Faktor, der bitte nicht vergessen werden sollte, das das Zeitfenster immer kleiner wurde

….... doch, letztlich war es ansonsten eine geile Tour, viel Sonnenschein, viel Tiefschnee, tolle Aussichten, die ich gerne später noch in Form eines Berichts samt Bildern veröffentliche werde.

LG Rudi
( facebook.com/bergischland.ontour)